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Armstrongs Doping-Beichte: Nur die halbe Wahrheit

Ein Superheld im Beichtstuhl: Lance Armstrong hat im TV-Interview mit Oprah Winfrey zugegeben, über Jahre gedopt und betrogen zu haben. Der Ex-Radprofi zeigte sich reumütig – doch wenn es konkret wurde, wich er aus.

Armstrong beichtet bei Talk-Queen Oprah Winfrey.
Armstrong beichtet bei Talk-Queen Oprah Winfrey.

WashingtonEs waren ein paar sehr, sehr lange Minuten vergangen, bis sich Lance Armstrong zum ersten Mal ein bisschen entspannte. „Sind wir jetzt durch mit den Ja-Nein-Fragen?“, sagte er mit einem gequälten Lächeln. „Ja“, entgegnete die beruhigende Stimme von seiner Linken, die Talkmasterin Oprah Winfrey.

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Auf das, was der gefallene Radsport-Star da zuvor in Ein-Wort-Antworten zu Protokoll gegeben hatte, hatte die ganze Welt gewartet: Haben Sie bei sämtlichen Siegen bei der Tour der France verbotene Substanzen eingenommen? „Ja“. Blutdoping? „Ja“. EPO? „Ja“. Andere Substanzen? „Ja“. Wären sieben Siege in Folge ohne Doping überhaupt möglich gewesen? „Nein“.

Doping im Radsport Die vielen Lügen des Lance A.

  • Doping im Radsport: Die vielen Lügen des Lance A.
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Da war es also, das Geständnis, über Jahre gedopt und betrogen zu haben, aus Armstrongs eigenem Munde. Der Held, der sonst so arrogant und selbstsicher auftat, fand sich in dem mit Spannung erwarteten Interview in einem Beichtstuhl wieder. „Es war eine große Lüge, die ich viele Male wiederholt habe“, sagte er an einer Stelle. „Wahrscheinlich ist es für die meisten Leute zu spät, das ist mein Fehler“, an einer anderen. „Es tut mir leid.“

Der 41-Jährige, im blauen Anzug, sprach ruhig und zögerlich. Er hatte die Hände gefaltet, biss sich immer wieder auf die Lippen und kratzte sich am Kopf. Entweder ist er ein exzellenter Schauspieler, oder Talkshow-Veteranin Oprah bereitete ihm wirklich unangenehme 90 Minuten.

Armstrongs Fall

  • Seine Teams

    Motorola (1992-96), Cofidis (1997), US Postal (1998-2004), Discovery Channel (2005), Astana (2009), RadioShack (2010-2011)

  • Seine Erfolge

    unter anderem: Weltmeister Straße 1993, zwei Etappensiege Tour de France

  • Aberkannt

    unter anderem: Sieben Gesamtsiege Tour de France (1999-2005), 22 Etappensiege Tour de France (1999-2005), Gesamtsieg Tour de Suisse (2001)

  • Noch offen

    Olympia-Dritter Zeitfahren 2000 (IOC-Urteil steht noch aus)

  • Persönliches

    Name: Lance Edward Armstrong Geburtsdatum: 18. September 1971 Geburtsort: Plano, Texas, USA Familienstand: geschieden; fünf Kinder

Der einstige Superheld gab im ersten von zwei Teilen des Gesprächs, das am Donnerstagabend US-Zeit auf Oprahs Fernsehkanal OWN ausgestrahlt wurde, so einiges zu und zeigte sich reumütig. Grund für den Schlamassel sei seine Charakterschwäche: „Der skrupellose Wunsch zu siegen“. Das sei in jener Zeit entstanden, als er gegen den Krebs kämpfte. Ob er bei seinen Siegen jemals gedacht hatte, er tue etwas Falsches? „Nein. Erschreckend“. Hat er sich, jubelnd in Paris, wie ein Betrüger gefühlt? „Nein. Am erschreckendsten”.

  • 18.01.2013, 07:58 UhrGung Bong

    Weiß doch jeder schon seit Jahren. Ich denke Jan Ulrich musste da mitziehen, weil er wusste, dass der Armstrong von höchsten Funktionären gedeckt wird.
    Letztendlich verantwortlich für diese perversen Zustände ist der TV-Sportkonsument über die Einschaltquoten und die Sportler selber, die sich das antun.

  • 18.01.2013, 08:27 UhrB.Giertz

    Sorry, aber das einzige Bemerkenswerte an diesen Interview(Artikel) sind die weiblicne Rundungen von Oprah Winfrey !

  • 18.01.2013, 08:57 Uhrshareholder24

    Lance Armstrong ist doch nur ein Produkt unserer Zeit... Wie im Kleinen so im Großen.

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