Astana-Team
Der Feind im eigenen Team

Selten wurde eine Tour so dominiert wie von der Equipe des umstrittenen kasachischen Astana-Teams. In ihr fahren mehr potenzielle Gesamtsieger als in allen anderen Mannschaften zusammen. Doch langweilig wird es daher noch lange nicht, denn der Kampf der Astana-Profis Armstrong und Contador um den Sieg bei der Tour geht in die entscheidende Runde.

HB TARBES. Zum Abschluss der Pyrenäen-Etappen gab es bei der Tour de France gestern einen Heimsieg. Der Franzose Pierrick Fédrigo triumphierte nach 160,5 Kilometern von Saint-Gaudens nach Tarbes. Vor dem heutigen Ruhetag verteidigte der Italiener Rinaldo Nocentini das Gelbe Trikot des Gesamtführenden mit sechs Sekunden Vorsprung auf Topfavorit Alberto Contador.

Kontrolliert wurde die Etappe wie gehabt vom kasachischen Astana-Team. Selten zuvor in der Tour-Geschichte gab es eine derart dominierende Equipe – in ihr fahren mit dem Spanier Contador, den beiden Amerikanern Lance Armstrong und Levi Leipheimer sowie dem Deutschen Andreas Klöden mehr potenzielle Gesamtsieger als in allen anderen Mannschaften zusammen. Alle vier liegen auch nach dem gestrigen Teilstück unter den besten Sechs der Gesamtwertung. Nicht auszuschließen, dass am Ende der Rundfahrt drei Astana-Fahrer nebeneinander in Paris auf dem Podium stehen.

Langeweile bedeutet das nicht – ganz im Gegenteil: Diese Tour könnte gar zu einer der interessantesten in der 106-jährigen Geschichte der Rundfahrt werden. Die für sportliches Drama notwendige Rivalität – sie existiert in diesem Jahr innerhalb eines Teams. „Ich will diese Tour de France gewinnen, Lance Armstrong auch“, brachte es Contador auf den Punkt. „Das Problem ist: Am Ende gibt es nur einen Sieger.“

Bereits die erste Rennwoche hat gezeigt, dass keiner der Kontrahenten zurückstecken will. Auf der dritten Etappe hing sich Armstrong an eine Ausreißergruppe und fuhr mit zwei Teamkollegen davon. Ein ungewöhnlicher Vorgang im für gewöhnlich hierarchietreuen Radsport – vor der Rundfahrt war Contador zum Team-Kapitän bestimmt worden.

Bei der ersten Bergankunft am Freitag in Andorra revanchierte sich der Spanier: Er setzte sich allein ab und ließ Armstrong zurück. Contador war in den vergangenen Jahren der beste Fahrer der Welt – und denkt nicht daran, vor dem Mythos und der gefürchteten Autorität des Amerikaners zu kuschen.

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