Auckland per Boot
Stadt der Segel

Die Stadt im Norden Neuseelands und das Umland erkundet man bei einem besuch am besten per Boot. Die "Kiwis" verchartern Boote in allen Formen, Farben und Klassen bis hin zur America's-Cup-Yacht. Segler werden mit atemberaubenden Aussichten und einer entspannten Fahrt belohnt.

Es ist wie in einem Werbespot, nur echt: Die Wellen plätschern sanft an die Bordwand, der Wind spielt leise in den Haaren, und die sonnenverwöhnte Kulisse ist so postkartenkitschig, dass es fast wehtut. Die Ostseite des Northlands, der neuseeländischen Nordinsel, wirkt, als habe irgendjemand scheinbar wahllos mehr als 150 Inselchen ins türkisfarbene Wasser geworfen. Die meisten davon sind unbewohnt, so dass jeder problemlos seinen Lieblingsankerplatz mit eigenem Sandstrand findet.

Die Bay of Islands ist das Segelparadies der Kiwis. Wer hier nicht ein paar Tage chartert oder nicht wenigstens ein wohl organisiertes Daysailing-Abenteuer wagt, ist selbst schuld. Für unseren Tagestörn wählen wir Russell als Ausgangspunkt. Das romantische Kolonialdorf ist leider so fotogen, dass der Akku der Digitalkamera schon um neun Uhr morgens schlappmacht. Der andere ist auch längst leer. Egal, ausgestattet mit dick eingeschmierten Nasen, Sonnenbrillen und Schirmmützen, klettert die Mannschaft an Bord der "Gungha II" und legt ab.

Noch herrscht fast Flaute, und so gleitet der 65-Füßer in Zeitlupentempo aus der Bucht. Die Atmosphäre auf der Maxi-Yacht ist entspannt - wer will, darf das Steuer in die Hand nehmen und unter fachkundiger Anleitung stur geradeaus segeln, wenden oder halsen. Vor dem winzigen Urapukapuka Island lassen wir den Anker fallen und rudern mit dem Dingi an Land. Durch kniehohes, piksendes Gras laufen wir auf den höchsten Punkt der Insel und ärgern uns sofort, keine funktionstüchtige Kamera dabei zu haben. Von hier oben ist die Aussicht auf die versprengten Eilande atemberaubend. "Wow, ich will hier nie mehr weg", sagt meine Nachbarin, eine Touristin aus England, und seufzt. Richtig stilecht wird es aber erst, als am Horizont die "R. Tucker Thompson" vorbeizieht. Der klassische Schoner ist wahrscheinlich auf seiner "historic cruise", wie die Ausfahrten mit alten Segelbooten heißen, und segelt weiter gen Norden in den Whangaroa Harbour und nach Waitangi, wo Neuseeland 1840 offiziell zur britischen Kolonie wurde. Wir könnten hier ewig so weiter in die Ferne starren. Stattdessen machen wir uns wieder auf den Weg nach unten und zurück auf die Yacht, wo in der Bordküche schon eine Ladung Sandwiches auf die hungrige Truppe wartet.

Die Kiwis wissen längst, dass ihre spektakulären Küstenstreifen mit das Beste sind, was sie den Touristen zu bieten haben. Immer mehr Vercharterer nutzen das mit einem vielfältigen Angebot aus. Auch die Tourismusbehörde der Hauptstadt hat das enorme Potenzial ihrer "1A-Wasserlage" erkannt und schickt ihre Besucher zum Sightseeing am liebsten auf ein Boot.

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