Aufatmen beim T-Mobile
Tour-Direktion bestätigt Ullrichs Start

Aufatmen beim T-Mobile-Team: Nach den Doping-Spekulationen um Jan Ullrich hat Tour-Direktor Christian Prudhomme den Start des 32 Jahre alten Kapitäns bestätigt. Nach derzeitigem Stand würden keine Maßnahmen ergriffen.

Die Doping-Spekulationen um Jan Ullrich haben den Countdown zum Start der Tour de France getrübt. Während sich der 32 Jahre alte Kapitän des T-Mobile-Teams am Mittwoch aus seinem Schweizer Wohnort Scherzingen mit dem Auto auf den Weg nach Straßburg machte, sieht man dem drohenden Skandal bei T-Mobile gelassen entgegen.

Vorerst Entwarnung

"Tour-Direktor Christian Prudhomme hat mir bestätigt, dass keine Maßnahmen nur aufgrund von Spekulationen getroffen werden und Jan nach derzeitigem Stand deshalb am Samstag starten kann", sagte Teamsprecher Luuc Eisenga am Dienstagabend.

Die Behörden hatten bis Dienstag nicht auf die Bitte von T-Mobile reagiert, Auskunft über den Stand der Ermittlungen zu erhalten. Eisenga: "Bisher gibt es weiter nur Behauptungen in den Medien. Wir haben die Dementis von Jan und Rudy Pevenage an ASO weitergeleitet." Beide bestreiten weiter, Kontakt zum "Dopingarzt" Fuentes gehabt zu haben.

Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc hat jedoch keinen Zweifel daran gelassen, dass ein sofortiger Ausschluss aus der Rundfahrt erfolgen würde, wenn sich die Vermutungen erhärten. Laut der angesehenen Zeitung El Pais seien insgesamt sechs Blutkonserven gefunden worden, die unter dem Code "Rudis Sohn" auf Ullrich hindeuten könnten, die letzte mit Datum 20. Februar.

Eine Zuordnung, die Teamsprecher Eisenga als "hochspekulativ" bezeichnet. Andere Belege sahen Blutübertragungen an die selbe Person bis zum 20. Juni vor. Unter Verdacht steht auch der Spanier Oscar Sevilla, der ebenfalls dem Tourkader der Bonner angehört.

Die Zeitbombe, die über der Tour, T-Mobile und Ullrich tickt, erinnert an das Jahr 1998. Am Tag vor dem Prolog war damals der Festina-Mechaniker Willy Voet an der belgisch-französischen Grenze festgenommen worden, weil er zahlreiche verbotene Substanzen im Wagen hatte. Zwei Wochen lang jagte ein Dementi das nächste, ehe die gesamte Mannschaft mit den Stars Richard Virenque und Alex Zülle zur Halbzeit ausgeschlossen wurde. Erst in der Untersuchungshaft gaben sie das systematische EPO-Doping zu.

Doch es war nur die Spitze des Eisberges. Aus Angst vor der Polizei flüchteten mehrere andere Fahrer aus Frankreich, eine Etappe wurde boykottiert, drei spanische Mannschaften stiegen komplett aus, angeführt von Once. Dessen Teamchef hieß Manolo Saiz.

© SID

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