Auflagen für Hamburger SV und Hansa Rostock
Fußball-Liga erteilt allen Proficlubs die Lizenz

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat allen 36 Profivereinen der 1. und 2. Bundesliga die Lizenz für die kommende Saison vorläufig erteilt, gab der Dachverband am Mittwoch in Frankfurt bekannt. Allerdings knüpft die DFL die endgültige Lizenzerteilung für mehrere Clubs an Auflagen und Bedingungen. Um wen es sich hierbei handelt, teilte die Liga nicht mit.

FRANKFURT. Damit hat auch die vor wenigen Monaten in eine Finanzkrise geratene Borussia Dortmund die erste Hürde genommen. Die mit rund 90 Mill. Euro verschuldeten Westfalen erhalten die Lizenz mit Auflagen, die Berichts- und Nachweispflichten über die wirtschaftliche Entwicklung in der kommenden Saison betreffen. "Wir freuen uns, dass wir die Lizenz ohne Bedingungen erhalten haben. Überrascht sind wir darüber allerdings nicht. Wir wussten, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. "Die Auflagen im administrativen Bereich schränken uns in keinster Weise ein."

Insgesamt hatten 48 Clubs oder Kapitalgesellschaften bis zum 15. März ihre Unterlagen bei der DFL eingereicht. Neben den mit insgesamt 698 Mill. Euro verschuldeten 36 Erst- und Zweitliga-Vereinen auch 12 Regionalligisten. Gegen die Entscheidungen kann binnen einer Woche Beschwerde eingereicht werden.

Ihre Hausarbeit noch nicht zufrieden stellend erledigt haben der Hamburger SV und der FC Hansa Rostock. Der HSV muss bei der DFL eine monatliche Ergebnisrechnung einreichen und darf bis zum Jahresende 2005 keine Verluste machen. Auf die Rostocker Vereinsführung warten unterdessen vor allem im Falle des Abstiegs "große Anstrengungen", erklärte Hansas Vorstandsvorsitzender Manfred Wimmer.

Erwartungsgemäß ohne jegliche Auflagen oder Bedingungen hat Rekordmeister Bayern München die Lizenz erhalten, bestätigte Vereinssprecher Markus Hörwick. Dasselbe gilt für Liga-"Schlusslicht" Freiburg. Auch den Breisgauern wurde die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die beiden Profiligen attestiert. Neben den beiden Clubs dürfen sich auch der einstmals hoch verschuldete VfB Stuttgart sowie der abstiegsbedrohte VfL Bochum, Aufsteiger Arminia Bielefeld, Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg über die Lizenz ohne Abstriche freuen. "Das ist das beste Lizenzierungsergebnis in meiner 25-jährigen Tätigkeit beim VfB", freut sich Stuttgarts Finanz-Vorstand Ulrich Ruf. "Keine Probleme" gab es beim deutschen Meister SV Werder Bremen nach Angaben von Vorstandschef Jürgen L. Born. Die Lizenz erhielt auch Bayer 04 Leverkusen. Zu möglichen Einschränkungen wollte sich Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser nicht äußern.

Aufsteiger FSV Mainz muss als Auflage die DFL lediglich regelmäßig über die wirtschaftliche Lage informieren, dasselbe gilt für Hannover 96 und Hertha BSC Berlin. Auch der Konsolidierungskurs des 1. FC Kaiserslautern nach dem 3-Punkte-Abzug vor zwei Jahren und einer Strafe von 125 000 Euro hat sich bezahlt gemacht. Die Pfälzer müssen in erster Linie ebenfalls monatliche Soll-Ist-Vergleiche vorlegen. Schalke muss dem Dachverband regelmäßig Bericht erstatten. "Damit haben wir weiter uneingeschränkte Handlungsfreiheit im finanziellen Bereich", betonte Geschäftsführer Peter Peters am Mittwochabend.

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