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Auftakt-Niederlage für Haas - Kiefer gleicht aus

Nach den beiden Einzeln steht es im Daviscup-Play-off zwischen Tschechien und Deutschland 1:1. Nach der Auftaktpleite für Tommy Haas gegen Tomas Berdych konnte Nicolas Kiefer sein Match gegen Tomas Zib gewinnen.

Die deutsche Daviscup-Mannschaft hat dank Nicolas Kiefer noch alle Chancen auf den Aufstieg in die Weltgruppe 2006. Der 28-jährige Hannoveraner gewann im Play-off gegen Tschechien in Liberec das zweite Einzel gegen Tomas Zib trotz einer keineswegs überzeugenden Leistung mit 7:6 (7:4), 4:6, 6:4, 6:2 und glich damit die Auftaktniederlage von Tommy Haas aus, der beim 6:4, 6:4, 1:6, 6:7 (9:11), 3:6 gegen Tomas Berdych drei Matchbälle und die große Chance zur 1:0-Führung vergeben hatte.

Ob Haas nach dem 3:47 Stunden dauernden Match gegen Berdych tatsächlich wie vorgesehen am Samstag (ab 14.00 Uhr/live bei DSF) gemeinsam mit dem Frankfurter Alexander Waske zum Doppel gegen Frantisek Cermak und Leos Friedl antritt, ist keinesfalls sicher. Als Ersatz für Haas steht neben Kiefer auch noch Rainer Schüttler zur Verfügung.

Haas am Boden zerstört

Haas war nach der Niederlage gegen Berdych am Boden zerstört. "Mein Gott, was gibt es nach so einem Match noch zu sagen", fragte der 27-Jährige mit tonloser Stimme und leerem Blick. Der einstige "Mr. Germany", im Daviscup jahrelang der Mann für die wichtigen Punkte und großen Siege, hockte ratlos und in sich zusammengesunken wie ein Häufchen Elend auf seinem Stuhl und suchte ebenso verzweifelt wie erfolglos nach Gründen für die Misere.

Drei Matchbälle hatte er gegen Berdych vergeben, drei "Punkte für Deutschland, die vielleicht am Ende über so viel entscheiden werden". Tommy Haas gewinnt sie einfach nicht mehr, die wichtigen Matches, für die er früher ein zuverlässiger Erfolgsgarant war: "Ich war ja eigentlich schon in der Kabine, und dann verlierst du so ein Match noch. Das ist ganz schwer zu verkraften."

Dabei sah es lange Zeit nach einem sicheren Sieg von Haas aus, der von Beginn an die Initiative ergriff, Berdych ständig unter Druck setzte und dem Blondschopf keine Zeit ließ, seinen eigenen Rhythmus zu finden. Nach einem Break zum 2:1 und insgesamt 47 Minuten Spielzeit nutzte Haas den ersten Satzball zum 6:4.

Im zweiten Durchgang bot sich das gleiche Bild. Haas hatte das Match und den Gegner im Griff, nutzte eine eklatante Aufschlagschwäche von Berdych im siebten Spiel mit einem Break zum 4:3 und brachte den Vorsprung sicher über die Zeit. Nach 1:34 Stunden bedeutete der Punkt zum 6:4 für Haas eine 2:0-Satzführung für die deutsche Mannschaft.

Im dritten Satz verlor Haas vollkommen den Faden, das spürten auch die knapp 3 000 Zuschauer in der zur Hälfte gefüllten Arena. Schon im zweiten Spiel schaffte Berdych das Break zum 2:0, baute den Vorsprung mit einem weiteren Break zum 5:1 aus und fand nach insgesamt 2:03 Stunden Spielzeit mit dem 6:1-Satzgewinn endgültig ins Match.

Auch im vierten Satz war Berdych der effektivere und bessere Spieler. Er nahm Haas gleich im ersten Spiel den Aufschlag ab und profitierte in der Folge von zahlreichen Fehlern seines Gegners, der zwischenzeitlich ganz und gar nicht im Bilde war und meistens einen Schritt zu spät zum Ball kam.

Erst mit dem Rebreak zum 5:5 wendete Haas das Blatt wieder zu seinen Gunsten. Sein folgendes Aufschlagspiel zum 6:5 gewann er zu Null, doch Berdych rettete sich in den Tiebreak, wehrte trotz eines zwischenzeitlichen 1:5-Rückstands drei Matchbälle ab und erzwang nach 3:09 Stunden den fünften Satz.

"Breakdance" im fünften Satz

Der entscheidende Durchgang wurde zu einem "Breakdance", in dem beide Spieler insgesamt fünfmal ihren Aufschlag verloren - Haas einmal mehr als Berdych, was letztlich die Entscheidung zugunsten der Gastgeber besiegelte. Unter dem tosenden Jubel der Zuschauer verwandelte der blonde Tscheche nach fast vier Stunden seinen ersten Matchball mit einem As zur 1:0-Führung für seine Mannschaft.

Die büßte Tomas Zib, als Ersatz für den an der Achillessehne verletzten Jiri Novak ins Team gerückt, mit der Niederlage gegen Nicolas Kiefer in einem Match auf teilweise erschreckend schwachem Niveau wieder ein. 3:30 Stunden dauerte die Partie, in der Kiefer zu keiner Zeit überzeugte und lediglich das Glück hatte, dass auf der anderen Seite ein noch schwächerer Gegner stand.

© SID

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