Auftaktspiel gegen Indien
Schluss mit der Bescheidenheit

Schon wieder eine Weltmeisterschaft in Deutschland: Der Hockey-Verband hofft auf ein Ende des Nischendaseins – und den Titel.

MÖNCHENGLADBACH. Christian Schulte hat Angst um seine Stimme. „Bereits beim Freundschaftsspiel mit 5 000 Zuschauern hat kaum einer meine Kommandos gehört“, sagt der Torwart. Bei der am Mittwoch beginnenden Hockey-WM in Mönchengladbach donnern die Anfeuerungen der 14 000 Zuschauer vom Stahldach der Haupttribüne zurück aufs Feld im Warsteiner Hockeypark.

Vom 6. bis 17. September dauert die dritte Weltmeisterschaft, die Sportfans in diesem Sommer in Deutschland sehen können. Und wie schon beim Fußball und den Weltreiterspielen, scheint die Begeisterung der Fans groß wie nie.

Der Deutsche Hockeybund (DHB) bricht mit der Ausrichtung der Männer-WM eigene Rekorde. Während die EM 2005 in Leipzig 23 000 Zuschauer verfolgten, hat der DHB für die WM im eigenen Land bereits jetzt circa 60 000 Eintrittskarten verkauft. Der Klassiker gegen die Niederlande am Samstag ist längst ausverkauft. Torwart Schulte droht eine Stimmbandentzündung, Mittelfeldspieler Tibor Weißenborn freut sich auf „ein sensationelles Turnier“.

Viele beim DHB haben dafür Überstunden gemacht. Manche bleiben mittlerweile freiwillig länger, denn die Geschäftstelle des Sportverbandes ist direkt am Stadion, „mit optimalem Blick aufs Feld,“ sagt Stephan Abel. Der ehrenamtliche DHB-Präsident hat zwar kein eigenes Büro in Mönchengladbach, freut sich aber über „die modernste Hockey-Arena der Welt“.

Der Verband verdankt den Stadionbau der (erfolglosen) Olympia-Bewerbung von Rhein-Ruhr für 2010 und „exzellenten Kontakten zur Landesregierung“, wie Abel betont. Die Pläne für das neun Millionen Euro teure Stadion lagen in der Schublade und wurden schließlich umgesetzt – auch ohne Olympia. Das Land und die Stadt Mönchengladbach sorgten für die Finanzierung, der DHB ist wichtigster Partner der Betreibergesellschaft Hockeypark Betriebs GmbH. Etwa 100 Tage pro Jahr hat der Sportverband für Veranstaltungen kostenlos gebucht. Die Betreibergesellschaft verdient am Catering.

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