Aus dem geplanten Box-Triumph wurde ein Debakel
Das „definitive Ende" von Axel Schulz

Axel Schulz hat seine Antwort bekommen. Allerdings handelte es sich dabei um eine schmerzhafte Antwort. Der ehemalige Boxprofi ist bei seinem Comeback-Versuch brutal gescheitert - grün und blau geschlagen von Nobody Brian Minto aus Pennsylvania, beide Augen zugeschwollen und am Ende von den Fans ausgepfiffen, die ihn bei seiner Rückkehr nach sieben Jahren Pause zuvor noch stehend mit Sprechchören gefeiert hatten. Aus dem geplanten Triumph wurde ein Debakel.

HALLE. Der Kampf dauerte nur 23 Minuten und 38 Sekunden, dann brach Ringrichter Joachim Jacobsen in der sechsten Runde ab, als der 38 Jahre alte Schulz verteidigungsunfähig und zusammengekauert in den Seilen hing.

"Die Nacht der Antworten" sollte es werden. Schulz hat sie bekommen. 12 000 in der ausverkauften Arena im westfälischen Halle und durchschnittlich unglaubliche 11,53 Millionen Fernsehzuschauer erlebten eine sportliche Demontage, die noch schlimmer ausfiel, als von Skeptikern befürchtet. Selten im deutschen Sport war die Diskrepanz zwischen dem bombastischen Rahmen, der Weltklasse suggerieren sollte, und der tatsächlichen Leistung größer. "Ich habe mich überschätzt, ich habe beschissen geboxt", sagte Schulz: "Das war definitiv das Ende für mich."

Drei Mill. Euro machen ist auch ein Argument

Elf Monate hatte er sich in Florida vorbereitet. "Ich wollte es mir noch einmal beweisen", erklärte der allseits geliebte Sympathieträger aus Frankfurt/Oder immer wieder. Drei Mill. Euro Gage waren auch ein gutes Argument für die Rückkehr in deutsche Boxringe, denen es an charismatischen Publikumslieblingen fehlt.

RTL inszenierte die sportlich von vornherein zweifelhafte Veranstaltung perfekt. Der Quotenerfolg von 48 Prozent der eingeschalteten TV-Geräte gab den Kölnern recht. Am 31. März soll dort auch Henry Maske sein Comeback feiern. Zweifel daran sind nun erlaubt, Maske wird genau gesehen haben, welche Probleme sein alter Weggefährte hatte.

Für Schulz war alles mindestens eine Nummer zu groß. Schon als er den Ring betrat, wirkte er angespannt, blickte nur auf den strahlend weißen Ringboden. Nicht einmal an einen Gruß an die Fans, die ihn mit "Axel, Axel"-Rufen in ohrenbetäubender Lautstärke feierten, konnte er denken. "In der Kabine ging es mir noch super, aber als ich in die Halle kam, hat es voll reingeknallt", schildert Schulz seinen Nerven-K.o., der dem sportlichen Knockout vorausging. "Diese Halle, diese Atmosphäre haben mich erdrückt. Da habe ich gemerkt, worum es ging."

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