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Austragungsort 2020: Tokio ist Olympiasieger

Tokio hat den Milliarden-Jackpot geknackt und ist nach einem Herzschlagfinale Gastgeber der Olympischen Spiele 2020. Die japanische Hauptstadt setzte sich in einer dramatischen Wahl gegen Istanbul und Madrid durch.

Der Moment der Entscheidung: IOC-Präsident Jacques Rogge präsentiert den Austragungsort der Spiele 2020.
Der Moment der Entscheidung: IOC-Präsident Jacques Rogge präsentiert den Austragungsort der Spiele 2020.

Buenos AiresTokio, das die Jugend der Welt bereits 1964 zu Gast hatte, darf trotz der großen Probleme mit den Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima als fünfte Stadt in der olympischen Geschichte nach London (1908/1948/2008), Los Angeles (1932/1984), Paris (1900/1924) und Athen (1896/2004) die Spiele zum zweiten Mal austragen. Japan hatte zuvor noch einmal versichert, Tokio sei trotz seiner Nähe zum havarierten Atomkraftwerk Fukushima sicher.

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In der japanischen Hauptstadt brachen die Menschen in Jubel aus. Rund 1200 Würdenträger und Athleten versammelten sich in Tokio trotz der frühen Tageszeit um 5 Uhr am Morgen (Ortszeit, 23 Uhr MESZ) und feierten den Erfolg.

Fukushima wurde bis in den Wahltag hinein diskutiert, dennoch gelang es den Japanern am besten, die Bedenken der IOC-Mitglieder zu zerstreuen. Denn das finanziell gebeutelte Madrid, das vor der Wahl noch als Favorit galt, kämpfte bis zum Schluss verbissen darum, glaubhaft wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu demonstrieren. Istanbul schaffte es nicht, die 95 stimmberechtigten IOC-Mitglieder mit Weltoffenheit und Toleranz auf erste Olympische Spiele in einem islamisch geprägten Land einzuschwören. Das wirtschaftlich und sozial stabile Tokio bot dem IOC "ein sicheres Händepaar" - und lag damit anscheinend goldrichtig.

Die 125. IOC-Session erlebte eine dramatische Wahl, die Entscheidung war diesmal so knapp wie selten zuvor. Bis zum Schluss hatte sich in dem seit zwei Jahren währenden und viele Millionen Dollar verschlingenden Casting keiner der drei Bewerber einen klaren Vorsprung herausarbeiten können. Deshalb hatte es im Vorfeld am Samstag geheißen, die Schluss-Präsentation, bei der jedes Land noch einmal in rund 70 Minuten seine Vorzüge herausarbeiten sollte, werde entscheidend sein.

Olympia-Stadt 2020 Was Sie über Tokio wissen müssen

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Nach der Auszählung der Stimmen der ersten Wahlrunde ging es dann turbulent zu: Tokio hatte die meisten Stimmen erhalten, das favorisierte Madrid und Istanbul hingegen gleich viele. Also musste eine Stichwahl her, wer den zweiten Platz belegt und damit in das Finale einzieht. Hier setzte sich Istanbul hauchdünn mit 49:45 durch. Einige türkische Unterstützer hatten das - auch nach einer Reihe verwirrender Erklärungen - indes so verstanden, dass Istanbul bereits den Zuschlag für die Spiele bekommen hat und jubelten. IOC-Präsident Jacques Rogge musste für Klarheit sorgen. Zwischen Entscheidung und Bekanntgabe ließ das IOC dann protokollgemäß noch mal mehr als eine Stunde verstreichen.

Aber es war auch für Tokio ein harter Kampf. Demonstrativ locker und mit vielfältigen Sicherheitsgarantien ging die japanische Hauptstadt wenige Stunden vor der Wahl im Rahmen der 125. IOC-Session auf die Zielgerade - doch die Katastrophe holte sie erneut ein.

Nachdem Premierminister Shinzo Abe in der letzten Präsentation das Thema bereits aufgegriffen hatte, musste er auch eine Nachfrage aus dem Kreis der IOC-Mitglieder beantworten. "Ich bin für die Sicherheit der Jugend in Fukushima genauso verantwortlich wie für die der Athleten in 2020, und ich werde dieser Verantwortung nachkommen", sagte Abe.

Die Probleme an der Reaktorruine in Fukushima, aus der zuletzt vermehrt hochradioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten war, seien lokaler Natur. "Das verseuchte Wasser begrenzt sich auf den Bereich vor Fukushima", sagte Abe, der betonte: "Japans Sicherheitsstandards für Wasser und Nahrungsmittel gehören zu den höchsten der Welt."

  • 08.09.2013, 15:17 UhrWilli Kammschott

    "Der Industrieunfall von Fukushima in Folge des Tsunami hat keine Opfer gefordert. Dafür hat die Natur über 20.000 Menschen das Leben gekostet."


    Richtig! Die Verblödungsmedien können auch noch 20.000mal von einer "Atomkatastrophe" faseln, es war trotzdem KEINE!!

  • 08.09.2013, 10:05 UhrHofmannM

    @4711
    Nach so einer Naturkatastrophe (Tsunami) gönne ich es dem japanischen Volk, dass es die Olympischen Spiele bekommen hat. Damit fällt der Aufbau der Infrastruktur, nach dem Tsunami in Folge eines Seebebens, leichter.
    Der Industrieunfall von Fukushima in Folge des Tsunami hat keine Opfer gefordert. Dafür hat die Natur über 20.000 Menschen das Leben gekostet.

  • 08.09.2013, 09:50 Uhr4711

    Die armen Sportler! Gesund hin und verstrahlt zurück. Wie kann man sich nach so einer Katastrophe für Tokio entscheiden! Krank!!!

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