Australier siegt im Masenspurt
McEwen sprintet zum zweiten Sieg

Robbie McEwen hat sich bei der diesjährigen Tour de France seinen zweiten Tagessieg gesichert. Im Massensprint auf der Zielgeraden in Saint-Quentin verwies der Australier die Sprintelite auf die Plätze.

HB SAINT QUENTIN. Einen Tag nach Matthias Kesslers Coup am Cauberg in Valkenburg hat bei der Tour wieder die Stunde der Sprinter geschlagen. Robbie McEwen gewann in St. Quentin seine zweite diesjährige Etappe bei der 93. Auflage der Frankreich-Rundfahrt. Der für oft sehr wilde Sprints bekannte Australier war im Ziel der 4. Etappe am Mittwoch nach 207 Kilometern in St. Quentin wie am Montag der Schnellste. McEwen profitierte von einem Sturz auf der Zielgeraden 400 Meter vor dem Zielstrich, der den Träger des Gelben Trikots, Tom Boonen, aus dem Rhythmus brachte. McEwen, der bei der Tour seinen insgesamt zehnten Tageserfolg feierte, ließ den Spaniern Isaac Galvez und Oscar Freire keine Chance.

Weltmeister Boonen verteidigte zwar seine Führung im Gesamtklassement mit einer Sekunde vor dem T-Mobile-Profi Michael Rogers (Australien), wartet aber weiter auf seinen ersten Tagessieg. Boonen, der am Vortag zum ersten Mal in seiner Karriere das "Maillot Jaune" holte, wurde Fünfter direkt vor dem besten deutschen Profi, David Kopp (Bonn) vom Team Gerolsteiner. Die Etappe am Mittwoch führte 116 Kilometer durch Boonens radsportverrückte Heimat, wo er wie ein Popstar verehrt wird.

Erik Zabel, der bei seiner Comeback-Tour nach der einjährigen Zwangspause 2005, eine gute Figur abgibt, hatte mit einer Reifenpanne 2,5 Kilometer vor dem Ziel großes Pech. Der Berliner, der am Freitag seinen 36. Geburtstag feiert, spielte dadurch im Finale natürlich keine Rolle. Erst zwei Kilometer vor dem Ziel war ein Ausreißversuch beendet, den fünf Fahrer mit dem Verfolgungs-Weltmeister Bradley Wiggins (England) an der Spitze knapp 20 Kilometer nach dem Start initiiert hatten.

Boonen hatte der "L'Équipe" (Mittwoch-Ausgabe) ein Interview gegeben, in dem sich der 25-jährige Belgier auch grundsätzlich mit seinem Beruf und seiner Stellung im Fahrerfeld auseinander setzte. "Ich bin vor allem ein Sieger. Ich bete die Tour nicht an, aber sie ist das größte Radsportereignis der Welt. Das hält mich nicht davon ab, zu glauben, dass die Tour ein Rennen für Masochisten ist. Das Grüne Trikot ist für mich nicht alles - man muss auch Etappen gewinnen. Ich bin kein Sprinter, mein Potenzial geht darüber hinaus. Ich gewinne nicht, weil ich Sprinter bin, sondern, weil ich stark und intelligent bin. Ich warte nicht die letzten 100 Meter ab, um mich zu zeigen. So sind die wahren Sprinter - ich nicht", sagte Boonen, der befand: "Das Regenbogen-Trikot ist das Schönste der Welt, das Gelbe ist das Zweitschönste".

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