Bach und IOC unter Druck
Russlands Doping-Skandal überschattet IOC-Session in Rio

Die 90 Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees kommen in Rio de Janeiro zu ihrer Session zusammen. Eigentlich will die höchste Instanz nach vorne blicken. Aber die schweren Probleme der Gegenwart überwiegen.

Rio de JaneiroKurz vor Eröffnung der Sommerspiele in Rio de Janeiro steht das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit Präsident Thomas Bach wegen des russischen Doping-Skandals weiter unter Druck. Athleten und Funktionären beklagten mit Unverständnis und Verbitterung die IOC-Entscheidung, eine russische Mannschaft am Freitag bei der Eröffnungsfeier ins Maracaña-Stadion von Rio einmarschieren zu lassen. Unklar bleibt noch, welche russischen Sportler überhaupt antreten dürfen, da sich das IOC das letzte Wort vorbehalten hat.

Einige von ihnen – wie die Schwimmer Wladimir Morosow und Nikita Lobinzew – wollen versuchen, juristisch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS einen Start zu erzwingen. Schätzungsweise 250 russische Athleten erhielten bisher von ihren internationalen Verbänden vorläufig grünes Licht. Die Einzelprüfung durch CAS-Experten und ein Trio von IOC-Mitgliedern zieht sich hin.

Belastet vom Umgang mit dem russischen Doping-Skandal wollte die IOC-Session in Rio zusammenkommen. Auf der offiziellen Agenda der Hauptversammlung – der 129. Session – der derzeit 90 IOC-Mitglieder stand das konfliktträchtige Thema aber nicht. Bach wollte zur feierlichen Eröffnung am Montagabend (01.00 Uhr Dienstagmorgen MESZ) sprechen. Die IOC-Session will schon auf die nächsten Sommerspiele 2020 in der japanischen Hauptstadt Tokio schauen. Das IOC-Exekutivkomitee hat vorgeschlagen, fünf neue Sportarten ins Tokio-Programm aufzunehmen: Baseball mit der Frauen-Variante Softball, Karate, Skateboard, Surfen und Klettern.

Bis Donnerstag wird die Session zudem die Kandidaten für die Sommerspiele 2024 zum Stand der Vorbereitungen anhören: Rom, Paris, Budapest und Los Angeles. Die Entscheidung, wer die Spiele ausrichten wird, fällt voraussichtlich auf der Session im September 2017 in Lima.

Die Vorwürfe aus den Reihen von Sportlern und Funktionären vor allem an Bach rissen nicht ab. Nun begann auch das Internationale Paralympische Komitee IPC Beratungen über einen möglichen Ausschluss Russlands. Die Exekutive des IPC werde im Laufe der Woche einen Entschluss mitteilen, erklärte der deutsche Chef der Mission, Karl Quade, in Berlin. „Das IPC hat jetzt die große Chance, eine ganz wichtige Botschaft an den Sport weltweit zu senden“, sagte Friedhelm Julius Beucher, der Präsident des Deutschen Behindertensport-Verbandes. Im Report von Chefermittler Richard McLaren an die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zum Staatsdoping in Russland stehen auch 35 positive Dopingfälle aus dem paralympischen Sport.

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