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Balco-Chef Conte gibt Dopinghandel zu

Der Chef des US-Labors Balco, Victor Conte, hat sich gemeinsam mit Trainer Greg Anderson der Geldwäsche und des Dopinghandels schuldig bekannt. Auch Contes Stellvertreter James Valente gab den Handel mit Doping zu.

Der Prozess gegen Victor Conte steht vor dem Abschluss. Der Chef des US-Labors Balco, aus dem unter anderem die Designer-Droge THG gekommen ist, sowie sein Stellvertreter James Valente und Trainer Greg Anderson haben sich in San Francisco vor Gericht schuldig bekannt: Conte und Anderson des Dopinghandels und der Geldwäsche, Valente des Dopinghandels.

Das Trio stand im Zentrum des größten Dopingskandals der USA, der sich vor allem auf die Sportarten Leichtathletik und Baseball erstreckte. In dessen Verlauf gab es unter anderem schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen 100-Meter-Weltrekordler Tim Montgomery und seine Lebenspartnerin, Sprintkönigin Marion Jones, sowie den Baseball-Star Barry Bonds von den San Francisco Giants.

Gefängnisstrafe droht

Die Staatsanwaltschaft will für Conte nun eine viermonatige Gefängnisstrafe sowie weitere vier Monate Hausarrest und zusätzlich zwei Jahre kontrollierten Freigang beantragen. Die Urteilsverkündung soll am 18. Oktober erfolgen.

Valente (50) kommt dann höchstwahrscheinlich mit einer Bewährungsstrafe davon, während Anderson (39), der Privatcoach von Barry Bonds ist, voraussichtlich sechs Monate im Gefängnis verbringen muss und zusätzlich eine Bewährungsstrafe erhält. Doch Richterin Susan Illston hat auch die Möglichkeit, ein härteres Strafmaß zu verkünden.

Während Valente und Anderson als Teil ihrer Einigung mit der Staatsanwaltschaft bereits einen Rückzug des Schuldeingeständnisses ausgeschlossen haben, ist eine derartige Vereinbarung nicht Teil des Conte-Deals mit der Anklagebehörde.

Mit dem Abschluss des einen Prozesses steht für den ehemaligen Musik-Produzenten Conte die nächste gerichtliche Auseinandersetzung schon bevor, denn Marion Jones hat den 55-Jährigen wegen Verleumdung auf 25 Mill. Dollar Schadenersatz verklagt. Conte hatte behauptet, die dreifache Sydney-Olympiasiegerin habe von ihm Dopingmittel erhalten und vor seinen Augen konsumiert. Die in Athen medaillenlos gebliebene Sprinterin war jedoch niemals positiv getestet worden.

Mehr als ein Dutzend Top-Athleten sind nach Aufdeckung des Balco-Skandals im Herbst 2003 von der US-Anti-Doping-Agentur Usada gesperrt worden, weil sie zum überwiegenden Teil positiv kontrolliert worden waren.

© SID

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