Bartkos Heimat ist Bahnradfahren
Bartko gewinnt Bahnrad-Einzelverfolgung

Robert Bartko hat sich bei der Bahnrad-WM Gold in der Einzelverfolgung gesichert. Der Berliner und zwischenzeitliche Straßenradprofi fühlt sich «wieder zu Hause angekommen».

HB BERLIN. Robert Bartko vom RSV "Werner Otto" Berlin hat in der Nacht zu Samstag bei den Bahnrad-Weltmeisterschaften in Los Angeles für den ersten deutschen Titelgewinn gesorgt. Der Doppel- Olympiasieger von Sydney und vorjährige WM-Dritte gewann das Finale in der Einzelverfolgung über 4000 Meter in 4:27,732 Minuten gegen den Titelverteidiger und Olympia-Dritten Sergi Escobar (Spanien/4:29,930).

Für den 29 Jahre alten Schützling von Uwe Freese war es nach 1999 in Berlin der zweite WM-Erfolg der Einzelverfolgung. Dass Bartko einen Tag nach dem ersten deutschen WM-Medaillengewinn durch das Sprint-Team, das in der Besetzung Stefan Nimke (Schwerin), Rene Wolff (Erfurt) und Matthias John (Erfurt) auf Rang drei einkam, zum großen Schlag ausholen würde, hatte sich schon in der Qualifikation angedeutet. Mit 4:25,807 Minuten fuhr er über drei Sekunden schneller als der Zweitbeste.

«Dadurch habe ich das nötige Selbstvertrauen bekommen. Auch als Escobar in der Mitte des Rennens in Führung ging, bin ich nicht nervös geworden. Er musste angreifen, doch mir war klar, dass er das Tempo nicht durchhalten würde», sagte der neue Weltmeister.

Dabei lief die WM-Vorbereitung von Bartko alles andere als optimal. Vor drei Wochen ereilte ihn erst eine Bronchitis, dann eine Nasennebenhöhlenvereiterung und schließlich eine Mittelohrentzündung. Das Training brauchte er nicht ganz abzubrechen, da er kein Fieber bekam. Doch schraubte er die Belastung extrem zurück.

Erst nach der Anreise in Los Angeles war er langsam wieder zu Kräften gekommen. Nach den Olympiasiegen sei das seine wertvollste Medaille, sagte Bartko nicht nur wegen der «katastrophalen WM-Vorbereitung». Mit dem zweiten WM-Gold ist er auch endlich «wieder zu Hause angekommen. Bis zu den Olympischen Spielen in Peking gilt meine Konzentration einzig dem Bahnfahren», versicherte der gebürtige Potsdamer.

Die großen Gewinner des zweiten Wettkampftages waren die Niederländer mit zwei Weltmeistertiteln. Im 1000-Meter-Zeitfahren siegte der letztjährige WM-Dritte Theo Bos in 1:01,165 Minuten vor dem Briten Jason Queally (1:01,165) sowie dem Olympiasieger und Titelverteidiger Chris Hoy (Großbritannien/1:02,262). Der Olympia- Dritte und Ex-Weltmeister Stefan Nimke belegte in 1:02,812 Minuten den fünften Platz. Der Chemnitzer Carsten Bergmann wurde Sechster (1:03,161).

Im Keirin triumphierte auf dem 250 Meter langen Oval der Niederländer Teun Mulder vor Barry Forde (Barbados) und dem Olympia-Dritten Shane John Kelly (Australien). Ex-Sprintweltmeister Jan van Eijden (Dudenhofen) wurde Fünfter. Der Olympia-Vierte Rene Wolff landete als Gewinner des «kleinen Finals» auf Platz sieben.

Die Italienerin Vera Carrara sicherte sich im Punktefahren der Frauen über 15 Kilometer den Titel mit 31 Zählern vor Olympiasiegerin Olga Sljusarewa (29) und der Australierin Katherine Bates (21). WM- Debütantin Charlotte Becker (Unna) kam mit 4 Punkten über den neunten Platz nicht hinaus.

Sprinterin Christin Muche musste ihre Starts im Sprint und Keirin absagen. Die Cottbuserin leidet an einer Nierenbeckenentzündung und erhielt vom deutschen Mannschaftsarzt Startverbot.

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