Baseball MLB
Cardinals am Ziel ihrer Träume

Mit einem 4:2-Sieg im fünften Spiel gegen die Detroit Tigers haben sich die St. Louis Cardinals die World Series der Major League Baseball gesichert. Insgesamt endete die Finalserie 4:1 für das Team aus Missouri.

In St. Louis wurde gefeiert, der Rest Amerikas ignorierte die Party. Als die St. Louis Cardinals am Freitag mit einem 4:2-Sieg über die Detroit Tigers ihren zehnten World-Series-Erfolg einfuhren, fand die größte Baseball-Party der Welt quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Beim Duell zweier Underdogs in einem Millionen-Geschäft schalteten in den fünf Spielen der Serie "best of seven" (Endstand 4:1) nicht einmal zehn Prozent der amerikanischen Haushalte ihren Fernseher ein.

Damit verbuchte die 102. Ausgabe des Herbstklassikers die mit Abstand schlechtesten Einschaltquoten in der Geschichte der Major League Baseball (MLB). "Es ist geschafft, wir haben es überstanden", spottete der Kommentator des US-Sportsenders Espn. Die Kollegen der schreibenden Presse hatten die wenig mitreißende Endspielserie bereits unter der Woche zum "Langweiler des Jahres" gekürt.

In St. Louis störte das naturgemäß niemanden. Als Pitcher Adam Wainwright kurz vor 23 Uhr den letzten gegnerischen Schläger ausschaltete, wurden die neuen Weltmeister von den 46 638 Zuschauern im ausverkauften Busch Stadium fast eine Viertelstunde lang mit stehenden Ovationen gefeiert. Allen voran Shortstop David Eckstein, mit sechs Hits in den letzten beiden Spielen zweimaliger Matchwinner und folgerichtig zum wertvollsten Spieler der World Series gewählt.

Erster Cardinals-Titel seit 24 Jahren

Der erste Cardinals-Titel seit 24 Jahren kam umso überraschender, nachdem St. Louis in der regulären Saison nur 83 seiner 162 Saisonspiele gewonnen hatte und damit auch auf dem Papier der schwächste World-Series-Champion aller Zeiten ist. Coach Tony La Russa zog deshalb ein wenig überraschendes Fazit: "Niemand wollte auch nur einen Dollar auf uns setzen. Dieser Sieg grenzt an ein Wunder." Doch auch ein Erfolg der Tigers hätte die Baseball-Welt auf den Kopf gestellt. Das Team aus der Auto-Metorpole ging im April als 1:500-Außenseiter ins Titelrennen.

Trotz der verheerenden TV-Quoten sah sich die MLB mit dem Aufeinandertreffen der beiden Außenseiter in ihrer Politik der sportlichen Parität bestätigt. Seit einigen Jahren müssen die großen und auch fürs Fernsehen interessanten Klubs rund ein Drittel ihrer lokalen Werbeeinnahmen in einen Fond einzahlen, der gleichmäßig unter den kleineren Vereinen verteilt wird. Die dadurch erreichte Chancengleichheit sorgte zwar in den letzten sieben Jahren für ständig wechselnde Titelträger, doch anders als im Fall der National Football League (NFL) führte die sportliche Identitätskrise zum radikalen Zuschauerverlust.

© SID

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