Baseball MLB
"Schneemänner" aus Colorado heiß auf die Red Sox

Die Siegesserie des World-Series-Außenseiter Colorado Rockies lässt die arrivierten Boston Red Sox ziemlich kalt. Der Meister von 2004 geht als heißer Favorit in die Serie - trotz der eisigen Temperaturen.

Auch ein Kartenchaos und ein Wintersturm ist für die "Boys of Summer" kein Hindernis, die USA bereits vor der in der Nacht zum Donnerstag beginnenden Endspielserie um die nordamerikanische Baseball-Meisterschaft in ihren Bann zu ziehen. Sportlich hält sich die Aufregung allerdings in Grenzen. Die durchweg mit arrivierten Stars besetzten Boston Red Sox sind beim Showdown gegen Außenseiter Colorado Rockies als 2:1-Favorit gesetzt.

Als sich die Fans der Rockies zu Wochenbeginn die insgesamt gut 50 000 zur Verfügung stehenden Tickets im Internet sichern wollten, ging erstmal nichts mehr. Innerhalb von 90 Minuten verzeichnete die Webseite des Vereins 8,5 Mill. Hits und brach um 13.27 Uhr endgültig zusammen. Die karge Ausbeute der wenigen erfolgreichen Ticketjäger: 451 Billets.

Polizei errichtet Straßensperren

"Wir sind genauso schockiert und enttäuscht wie unsere Fans. Mit so einem Ansturm konnte man einfach nicht rechnen," entschuldigte sich Vereinssprecher Jay Alves. Die Auswirkung des Fiaskos bekam vor allem die Polizei von Denver zu spüren. Sie musste sich vor dem Stadion mit erbosten Fans auseinandersetzen und riegelte schließlich die Gegend mit Straßensperren ab. Allerdings machten sich die Rockies-Fans erst auf den Heimweg, als ihnen zugesichert wurde, dass die Webseite zur Wochenmitte reaktiviert werden sollte.

Das riesige Interesse der Fans kommt nicht von ungefähr. Colorado galt bisher als Mauerblümchen, das in den letzten sechs Jahren am Saisonende regelmäßig mehr Niederlagen als Siege in der Bilanz stehen hatte. Auch Mitte September lagen sie scheinbar aussichtlos zurück, doch dank einer Serie von nunmehr 21 Siegen aus den letzten 22 Spielen - gepaart mit zahllosen Ausrutschern der Konkurrenz - erreichten sie in letzter Sekunde die Play-offs und anschließend in sensationeller Manier die erste Endspielteilnahme ihrer Vereinsgeschichte.

Meister im Bau von Schneemännern

Dass den Rockies gegen Boston kaum eine Chance eingeräumt wird, konnte den Hauptdarstellern derweil nicht die Laune verderben. Das mit unerfahrenen Youngstern gespickte und mit einem Gehaltshaushalt von rund 60 Mill. Dollar drittbilligste Team der Liga absolvierte am Montag das Abschlusstraining im ersten Schneesturm des Jahres und bewies dabei schon mal Meisterqualitäten - im Schneemannbau. "Keine Erwartungen, kein Druck und jede Menge Spaß", erklärte Rockies-Outfielder Matt Holiday das Erfolgsrezept, das am Mittwoch auch in der Höhle des Löwen Bestand haben sollte.

Rund um den Fenway Park im ebenfalls kalten Boston, wo die ersten beiden Spiele der "best-of-seven"-Serie ausgetragen werden, gab man sich vor dem Herbst-Klassiker betont gelassen. Acht Spieler der "roten Socken" waren schon im Meister-Jahr 2004 dabei, als Boston im Halbfinale gegen den Erzrivalen und Rekordmeister New York Yankees als erstes Team in der Geschichte der Liga nach drei Auftaktniederlagen noch die World Series erreichte. Dort gewannen sie den ersten Titel seit 1918.

Das Traditionsteam aus dem "Big Apple" hat sich von dieser Schmach übrigens bis zum heutigen Tag nicht mehr richtig erholt. Nachdem New York auch in diesem Jahr den von Klubbesitzer George Steinbrenner geforderten Titel verpasste, schmiss Coach Joe Torre am Wochenende nach zwölf Jahren freiwillig das Handtuch.

© SID

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