Basketball Bundesliga
Bauermann fordert gezieltere Nachwuchsförderung

Dirk Bauermann hat sich erneut für ein Umdenken in der Basketball-Bundesliga ausgesprochen. Der Nationaltrainer forderte mehr Einsatzzeiten für deutsche Talente, um den Nachwuchs effektiver zu fördern.

Das Bild wird immer gewohnter: Je weiter die Basketball-Bundesliga (BBL) voranschreitet, desto weniger einheimische Akteure stehen auf dem Parkett. Ob Immanuel Mcelroy bei Rheinenergie Köln, Michel Ferreira do Nascimento bei ENBW Ludwigsburg oder Casey Jacobsen bei den Brose Baskets Bamberg - die Hauptdarsteller der Play-off-Runde sind Ausländer.

"Wenn wir im Wettbewerb mit den anderen Mannschaftssportarten bestehen wollen, muss die Liga ein deutsches Gesicht bekommen", fordert Bundestrainer Dirk Bauermann, in Personalunion auch Coach der Bamberger.

Wenn man so will, ist das deutsche Gesicht im Moment Rouven Roessler, der einzige Deutsche in die Liste der 50 besten Punktesammler der Hauptrunde auf Platz 49. Für den 26-Jährigen von den Giessen 46ers kaum zu glauben: "Es gibt genügend deutsche Spieler, die es es auch schaffen könnten - wenn man sie denn spielen lassen würde."

Namenlose US-Amerikaner statt deutsche Jugend

Die Klubs dagegen argumentieren, dass es dem deutschen Nachwuchs an spielerischer Klasse fehle und setzen lieber meist auf zum großen Teil namenlose US-Amerikaner, auch wenn diese oft nur eine Saison bleiben. Die einheimischen Spieler müssen sich mit wenigen Einsatzzeiten auf dem Parkett begnügen und stocken in ihrer Entwicklung.

Dieser Teufelskreis soll durchbrochen werden. Am vergangenen Wochenende vereinbarten Spitzenvertreter des deutschen Basketballs einen Maßnahmen-Katalog, um die Rahmenbedingungen für eine bessere Nachwuchsförderung zu gewährleisten. Das Paket umfasst ein breit angelegtes Schulprogramm, eine bessere Ausbildung der Jugendtrainer sowie die Schaffung eines Kompetenz-Teams mit Bauermann und Henning Harnisch, Teammanager von Alba Berlin.

Doch Bauermann warnt seine Mitstreiter vor reinen Lippenbekenntnissen: "Es reicht nicht, Veränderungen nur zu wollen. Auf uns wartet eine Menge Arbeit, um die Versäumnisse der Vergangenheit zu beheben." Vereinsinterne Interessen müssten in den Hintergrund rücken und der eingeschlagene Weg mit der Quote für deutsche Basketballer konsequent weitergegangen werden, so der frühere Meistertrainer von Bayer 04 Leverkusen.

Erste Reformen sind eingeleitet

Vor zwei Jahren leitete der deutsche Basketball eine Reform in die Wege, um der fehlenden Indentifikation der Fans mit den vielen Kurzzeit-Profis aus dem Ausland und dem Nachwuchsproblem Herr zu werden. Bis zur Saison 2009/2 010 wird die Anzahl der deutschen Spieler auf dem Spielberichtsbogen auf vier Profis pro Team (momentan zwei) angehoben.

"Dieser Schritt wird irgendwann Früchte tragen", sagt Bauermann. Spätestens bei einem Verhältnis von vier zu acht könnten es sich die Vereine nicht mehr erlauben, deutsche Spieler "nur als Busfahrer oder Bankdrücker" zu verpflichten. Die Talente dafür seien vorhanden, so der 49-Jährige: "In den Junioren-Nationalteams steckt viel Potenzial, das müssen wir mit gezielter Nachwuchsförderung wecken."

Nur so habe der deutsche Basketball die vage Chance auf einen neuen Dirk Nowitzki. "Solche Jahrhundert-Talente wie Dirk sind wie Stecknadeln im Heuhaufen. Aber je besser wir häufiger und effektiver suchen, desto größer ist die Chance, sie zu finden", sagte Bauermann.

© SID

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