Basketball Bundesliga
"Entenhausen" greift nach dem Titel

Nach Berlin und Köln wollen die Artland Dragons aus Quakenbrück auch die letzte Hürde auf dem Weg zur deutschen Basketball-Meisterschaft nehmen. Der Sensation ein Ende bereiten kann ab heute nur noch Finalgegner Bamberg.

Einst als "Entenhausen" mitleidig belächelt, mausert sich eine 12 000-Einwohnerstadt zum Favoritenschreck: Die Artland Dragons Quakenbrück greifen vier Jahre nach ihrem Aufstieg in die Basketball-Bundesliga (BBL) in ihrem ersten Finale nach der deutschen Meisterschaft. Im Viertelfinale ließ das Team dem Favoriten Alba Berlin keine Chance, im Halbfinale wurde Titelverteidiger Rheinenergie Köln niedergerungen. Nun sollen die Brose Baskets Bamberg in den Play-off-Endspielen ab heute (17.05 Uhr/live bei Premiere) das nächste Opfer der Drachen werden.

"Das ist wie Geburtstag feiern, ins Bett gehen und gleich wieder Geburtstag haben", erklärte Dragons-Manager Marko Beens die Euphorie der Niedersachsen. Der Vater des Erfolges, Trainer Chris Fleming, war nach dem überragenden 84:60-Erfolg im fünften Halbfinale in Köln "einfach total fertig".

Der Traum vom Titel

Aufbauspieler Lamont Mcintosh sprach aus, was viele denken: "Jetzt können wir auf jeden Fall Meister werden." Dennoch versicherte der 24 Jahre alte US-Amerikaner, dass das Team auf dem Boden bleiben werde.

Die Erfolge der "Drachen" sind umso bemerkenswerter, weil das Team die gesamte Saison mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte und nur in einem einzigen Spiel, im Pokal-Halbfinale, ohne Sorgen antreten konnte. Zeitweilig musste Quakenbrück sogar gemeinsam mit Ligakonkurrent EWE Baskets Oldenburg trainieren. Und in der Finalserie nach dem Modus "best of five" sind nun Tommy Smith (Rückenprobleme) und Niklas Anthony Caner-Medley (Reha nach Handbruch) angeschlagen.

Bilanz spricht für Quakenbrück

Der Aufbruchsstimmung in der Artland-Gemeinde tat dies aber keinen Abbruch: Die eigene Halle ist immer ausverkauft, noch nie wurde ein Play-off-Heimspiel verloren, und zum ersten Finale in Bamberg finanziert ein Sponsor mehreren hundert Fans die Busfahrt und den Eintritt für fünf Euro. Zusätzlich werden auf dem Quakenbrücker Marktplatz 2000 Fans zum Public Viewing erwartet.

Die Bilanz der Bamberger, die zum insgesamt fünften Mal im Endspiel stehen, gegen die Dragons ist jedoch negativ. Die vergangenen fünf Duelle verlor das Team aus der selbst ernannten "Freak City". Der letzte Sieg gegen Quakenbrück liegt über zweieinhalb Jahre zurück. Coach Bauermann reagiert auf die Statistik zynisch: "Uns schlottern massiv die Knie."

© SID

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