Basketball Bundesliga fehlen TV-Zuschauer
Staunender Blick auf die Konkurrenz

Am Wochenende beginnt die neue Saison der Basketball-Bundesliga (BBL). Die Liga wird immer professioneller, doch ihr fehlen die TV-Zuschauer.

BERLIN. Gemessen an der Zahl der Spiele ist die 41. Saison der BBL die größte aller Zeiten. 18 statt bisher 16 Teams wetteifern ab dem Wochenende um die Meisterschaft. Das ist die dritte Liga-Erweiterung innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Geschäftsführer Jan Pommer verspricht sich davon „mehr Einnahmen und einen spannenderen Wettbewerb“. Mehr Zuschauer werden es wohl auch wieder werden; denn seit zur Teilnahme am Spielbetrieb eine Halle mit mindestens 3 000 Sitzplätzen verpflichtend ist, stiegen die Zuschauerzahlen kontinuierlich. Zuletzt um 6,3 Prozent, und die gut situierten Klubs streben in noch größere Hallen.

Man könnte meinen, dass der Basketball in Deutschland boomt. Doch die Besucher in den Hallen sind nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite sind die Zuschauer vor dem Fernseher. Nur über die Reichweite und die Quoten im TV lassen sich Popularität der Sportart, Zuschauerzahlen und Sponsorengelder steigern. Doch genau das ist das Problemfeld der BBL. Eine noch nicht veröffentliche repräsentative Umfrage eines Kölner Marktforschungsunternehmens zeigt: Während Handball und Eishockey sich seit 1996 bei den TV-Zuschauern immer größerer Beliebtheit erfreut, stagniert das Interesse am Basketball bei den Fernsehzuschauern seit 2001 auf dem niedrigsten Niveau dieser drei Sportarten.

Die BBL stellt zwar viele richtige Weichen, um die Liga professioneller und damit erfolgreicher zu machen – die Vorschrift der Hallengröße ist dafür nur ein Beispiel. Doch mit TV-Verträgen hatte der Basketball in den vergangenen Jahren wenig Glück. Im Jahr 2000 gelang ein Abschluss mit Sat.1 und DSF, aber nur deshalb weil Sponsoren zusicherten, Werbung zu schalten. Doch mit der Insolvenz der Mediengruppe Kirch ein Jahr später platzte der Deal vorzeitig. Seit 2004 überträgt Bezahlsender Premiere die Spiele. 2007 läuft der Vertrag aus.

Thomas Braumann, frisch gekürter BBL-Präsident, will sich zwar zunächst nur auf „strukturelle Maßnahmen“ konzentrieren. Doch vom Bio-Chemiker, der zuletzt im Vorstand der Tiefkühlfirma Frosta saß, wird bald eine neue Erfolgsformel erwartet. Denn viele Klubmanager vereint ein Wunsch: Runter von der kleinen Pay-TV-Insel. „Die Live-Übertragung auf Premiere bringt uns nichts, solange wir die Mediendaten nicht nach oben bringen“, sagt Karlsruhes Manager Matthias Dischler. Auch sein Tübinger Kollege Harald Prinz sagt: „Premiere nützt meinen Sponsoren nichts.“ Der Standard ist zwar hoch – pro Saison gibt es mehr als 60 Spiele live und in Topqualität. Doch mit der Quote, die selten über 120 000 Zuschauer liegt sind die Manager nicht zufrieden. Premiere entlohnt die Liga zudem nur mit einem bescheidenen fünfstelligen Betrag.

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