Basketball Bundesliga
Meister Alba verliert und meckert

Die zweite Saisonniederlage löste bei Alba Berlin gehörigen Ärger aus. Nach dem 59:71 in Bamberg beschwerten sich die Verantwortlichen des Meisters über die Spielplanung der BBL.

Als nach der Kür auch die Pflicht verloren ging, war der Frust beim deutschen Basketballmeister groß. Alba Berlin hat nach der 59:71-Niederlage bei den Brose Baskets Bamberg - der zweiten im zehnten Ligaspiel der Saison - heftig auf die BBL und die Terminplanung geschimpft.

"Die Bedingungen waren nicht für beide Mannschaften gleich", polterte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi. Nur 40 Stunden nach der 69:77-Niederlage in der Euroleague gegen Olimpija Ljubljana mussten die "Albatrosse" schon wieder ran und waren entsprechend flügellahm.

Baldi hatte seinen Trainer Luka Pavicevic sogar dazu überreden müssen, überhaupt eine Mannschaft aufs Feld zu schicken. "Meine Idee war es, hier nicht anzutreten, die Strafe wie Gießen zu bezahlen und mit einem Punkt zu verlieren", erklärte der Coach: "Doch mein Manager entschied, dass Bambergs Fans das nicht verdient hätten und wir antreten. Ich musste mich fügen."

"Wir sind Profis"

Genau wie in die Schiedsrichter-Entscheidung kurz vor Spielschluss. Da verwiesen die Referees Pavicevic vor 6 800 Zuschauern wegen des zweiten technischen Foulspiels der Halle. Er verpasste damit zum zweiten Mal in diesem Jahr die Schlussminuten seiner Mannschaft, die an der Freiwurflinie bei 25 Versuchen nur elf Treffer erzielte, aber Tabellenführer bleibt.

In der Tat bewies die BBL mit der Spielansetzung wenig Fingerspitzengefühl. Erst am Donnerstag um 23 Uhr hatte Alba die Halle in Ljubljana verlassen. Am Freitag ging es per Flieger nach München, dann per Bus auf verstopften Autobahnen nach Bamberg, wo am Abend noch kurz trainiert wurde, ehe Samstag um 14.30 Uhr schon das Spiel stattfand.

Doch nicht für jeden Albatros war das ein Problem, wie der NBA-erfahrene Casey Jacobsen meinte, der Reise- und Terminstress aus der weltbesten Liga in den USA kennt: "Wir sind Profis, es ist unser Job, hier zu spielen."

Den Brose Baskets kam die Schwäche des Gegners wie gerufen, um sich für die 39:69-Heimpleite im Eurocup am Dienstag gegen die Polen von Turow Zgorzelec zu rehabilitieren. "Die beiden Tage vor dem Spiel waren für uns schwer, unser Stolz war sehr verletzt. Die Jungs haben sehr hart gearbeitet", meint Trainer Chris Felming, dessen Team nun wieder Anschluss an die Play-off-Ränge hat.

Bonn auf Platz drei

Bereits am Freitag hatte der Tabellenzweite EWE Baskets zum Auftakt des 12. Spieltages das Niedersachsen-Duell bei den New Yorker Phantoms Braunschweig mit 72:70 gewonnen und damit seine Position gefestigt. Neuer Dritter sind die Telekom Baskets Bonn nach ihrem 75:67-Sieg bei den Paderborn Baskets. Mit Bonn punktgleich ist ratiopharm Ulm, das sich in einem umkämpften Derby bei den Walter Tigers Tübingen mit 84:77 (36:34) durchsetzte.

Die Skyliners Frankfurt gewannen 84:80 (45:38) bei den Giants Düsseldorf. ENBW Ludwigsburg bezwang die Köln 99ers 86:64 (40:34), und die Giants Nördlingen hatten beim 65:56 (30:27) gegen die Giessen 46ers wenig Mühe.

Im einzigen Sonntagspiel verpassten die Artland Dragons ihren achten Saisonsieg beim 85:92 (43:49) bei TBB Trier, das zum sechsten Mal in dieser Spielzeit triumphierte.

© SID

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