Basketball Bundesliga
Skandal-Spiel: "Schwarzer Tag für den Basketball"

Als "schwarzen Tag für den Basketball" bezeichnete Bonns Trainer Michael Koch die Massenrangelei im zweiten Play-off-Viertelfinale zwischen den Baskets und GHP Bamberg. Der unterlegene Meister hat Protest eingelegt.

Nach einem nie dagewesen Zwischenfall in der Basketball-Bundesliga (BBL) sind viele Fragen ungeklärt. Fest steht, dass Meister GHP Bamberg Protest eingelegt hat, nachdem es im zweiten Playoff-Viertelfinalspiel zwischen den Telekom Baskets Bonn und den Franken zu einer Massenrangelei gekommen war.

"Es war ein schwarzer Tag für den Basketball, auch wenn wir gewonnen haben. Ich kann nicht verstehen, dass die Spieler so ihre Fassung verlieren", sagte Bonns Coach Michael Koch, der sich nur bedingt über den 75:64 (30:45)-Erfolg und damit den 1:1-Ausgleich seines Teams in der "best of five"-Serie freute. Denn die Partie am Donnerstagabend war nach einer wilden Rangelei zwischen Spielern beider Teams in der 13. Minute mit fünf Akteuren auf Seiten der Gastgeber und nur vier Bambergern fortgesetzt worden.

Die Bonner Andrew Wisniewski, Michael Meeks und Milos Paravinja (er allerdings erst im Schlussviertel) wurden disqualifiziert, auf Bamberger Seite traf es Uvis Helmanis und Steffen Hamann. Alle fünf müssen nun um ihren Einsatz im dritten Spiel am Sonntag (17 Uhr) in Bamberg bangen.

Dagegen könnten die mit einer Matchstrafe belegten drei Bonner und sechs Bamberger wohl mit ihrem Einsatz in der nächsten Partie rechnen. "Ich will nur so viel sagen: Das das alles nicht von uns ausgegangen ist", meinte Bambergs Trainer Dirk Bauermann, der neun Sekunden vor Schluss ebenfalls disqualifiziert und der Halle verwiesen wurde.

Der Titelverteidiger legte am Freitag Protest gegen die Wertung der Partie ein. "Zudem prüfen wir die Einschaltung eines im Sportrecht versierten Anwalts", sagte GHP-Pressesprecher Thomas Meyer.

Die BBL kündigte umgehend eine "schnellstmögliche Entscheidung" an. "Sowas hat es in der BBL-Geschichte noch nie gegeben. Wir streben eine Entscheidung noch am Freitag an", erklärte BBL-Pressesprecher Dirk Kaiser. "Dirk Horstmann als Spielleiter wird jetzt den Bericht des technischen Kommissars und des Hauptschiedsrichters analysieren sowie Stellungnahmen der disqualifizierten Spieler einholen", erläuterte Kaiser.

Die Massentumulte löste in der 13. Minute eine Rangelei zwischen Bambergs Nationalspieler Steffen Hamann, der im Verlaufe des weiteren Geschehens eine blutende Wunde an der Hand erlitt, und dem Bonner Michael Meeks aus.

Danach stürmten auch Ersatzspieler und Betreuer von der Bank aus aufs Feld. 3 500 Zuschauer in der ausverkauften Hardtberghalle bekamen eine wilde Prügelei zu sehen. Die Partie wurde für 20 Minuten unterbrochen und später mit fünf gegen vier fortgesetzt.

© SID

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