Basketball EM
Deutschland zittert sich gegen Tschechien zum Sieg

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft ist zum Auftakt der Europameisterschaft im Spiel gegen Tschechien mit einem blauen Auge davongekommen. Das Team um Superstar Dirk Nowitzki siegte 83:78 nach Verlängerung.

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft in Spanien einen Fehlstart verhindert und im ersten Spiel den ersten Sieg eingefahren. Dank eines überragenden Dirk Nowitzki siegte die Auswahl des deutschen Basketball-Bundes (DBB) in Palma de Mallorca nach Verlängerung 83:78 (74:74, 25:31) gegen ein überraschend starkes Tschechien. Nächster Gegner des Vize-Europameisters ist am Dienstag (20.30 Uhr/live im DSF) die Türkei.

Bauermann erleichtert

"Man hat uns den Druck angemerkt. Wir haben schwer unseren Rhythmus gefunden, Tschechien hat selbstbewusst begonnen und von außen getroffen. Wichtig war, dass wir am Ende in der Verteidigung zugelegt haben", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann: "Die Hauptsache war mit Blick auf die Zwischenrunde, dass wir gewonnen haben." Auch Superstar Nowitzki meinte: "So schwer hatten wir uns das nicht vorgestellt. Wir haben ängstlich angefangen, aber gut zusammengehalten, als wir deutlich in Rückstand geraten sind. Wir mussten über den Kampf ins Spiel finden, und das haben wir geschafft."

Vor der enttäuschenden Kulisse von 4 000 Zuschauern als Konsequenz aus dem Ticket-Chaos in Palma kamen die deutschen "Riesen" wie bei vielen Turnieren zuvor nur schwer in Tritt. Schnell geriet das DBB-Team mit 0:5 in Rückstand, erkämpfte zwar anschließend eine 6:5-Führung, brachte jedoch die aus der Distanz starken Tschechen mit und Unkonzentriertheiten wieder ins Spiel. 12:14 lautete das Resultat nach dem ersten Viertel.

In der Offensive bemühte sich besonders NBA-"MVP" Nowitzki um Linie und Punkte. Doch wie erwartet versuchten die Tschechen, den Ausnahmebasketballer mit harten und auch unfairen Attacken aus dem Rhythmus zu bringen. Dennoch standen für den 29-Jährigen zur Halbzeit 14 Punkte in der Statistik, was aber dennoch den 25:31-Rückstand nicht verhinderte.

Zum Manko in der Offensive mit unnötigen Ballverlusten gesellten sich ungewohnte Schwächen in der Verteidigung, die dem Gegner allzu viele einfache Körbe erlaubten. Auch die von Bundestrainer Dirk Bauermann angekündigte Strategie gegen die beiden tschechischen Top-Schützen Lubos Barton sowie NBA-erfahrenen Jiri Welsch griff bis zur Halbzeit nicht. Auf der anderen Seite wies die DBB-Auswahl nach den ersten 20 Minuten eine Trefferquote von nur 37 Prozent aus dem Feld auf.

Trotz der deutlichen Ansprache in der Pause von Coach Bauermann war beim Silbermedaillen-Gewinner von Belgrad 2005 in der Defensive keine Steigerung auszumachen. Die Tschechen, die sich erstmals seit 1999 wieder für eine EM qualifiziert hatten, nutzten ihre Chancen konsequent und bauten ihren Vorsprung bis zur 26. Minute auf 40:32 aus.

Nowitzki erzielt wichtige Führung

Das DBB-Team stemmte sich im letzten Spielabschnitt mit aller Macht gegen den drohenden peinlichen Fehlstart und glich zum 44:44 aus. Zwei Freiwürfe von Nowitzki sorgten schließlich sogar für die 46:44-Führung. In dieser Phase setzten besonders Mithat Demirel und Nowitzki mit Distanzwürfen die Akzente, vorentscheidend absetzen konnte sich die deutsche Mannschaft aber nicht.

Auch weil Demirel in der Schlussphase zweimal von der Freiwurflinie nur einen Ball versenkte und nach dem 74:74-Ausgleich der Tschechen 6,2 Sekunden vor Schluss beim letzten Angriff mit einem Verzweiflungswurf scheiterte. Damit ging die Partie in die Verlängerung. Dort verschaffte Nowitzki seiner Mannschaft 48,7 Sekunden vor Schluss erstmals wieder eine Drei-Punkte-Führung (79:76). Die Tschechen kamen aber 28,2 Sekunden vor Schluss wieder auf einen Punkt heran. Demirel traf danach aber zweimal von der Freiwurflinie und die Tschechen leisteten sich in der Folge ein Offensivfoul, was die Partie entschied.

Bester Werfer im DBB-Team neben Nowitzki war Demirel (18 Punkte). Die Tschechen hatten in Welsch (22 Punkte) ihren treffsichersten Akteur.

© SID

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