Basketball EM
Griechenland eine Nummer zu groß

Die deutschen Basketballer haben bei der Europameisterschaft eine weitere Überraschung verpasst. Das Bauermann-Team verlor trotz guter Leistung 76:84 gegen Griechenland.

Trotz eines aufopferungsvollen Kampfes haben die deutschen Basketballer eine weitere Überraschung zum Auftakt der EM-Zwischenrunde in Polen knapp verfehlt. Das stark verjüngte Team von Bundestrainer Dirk Bauermann knüpfte zwar weitestgehend an die guten Leistungen der Vorrunde an, kassierte aber nach einer spannenden Schlussphase in Bromberg gegen Vizeweltmeister Griechenland die einkalkulierte 76:84 (33:41)-Niederlage.

"Es war viel Leidenschaft im Spiel"

Dennoch kann die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) aufgrund ihres Vorrundenerfolges gegen Titelverteidiger Russland (76:73) mit einem weiteren Sieg am Sonntag (15.45 Uhr/live im DSF) gegen Mazedonien das Tor zum Viertelfinale weit aufstoßen. Bauermann war nach dem Spiel von seiner Mannschaft angetan: "Wir haben das beste Spiel gegen die Griechen in den letzten Jahren gezeigt. Es war viel Leidenschaft im Spiel. Die Griechen haben uns nachher sogar zu unserer jungen Mannschaft gratuliert."

Auch die Spieler selbst waren mit ihrem Auftritt mehr als zufrieden: "Wir können erhobenen Hauptes aus der Halle gehen, haben die ganze Zeit gekämpft. Aber bei den Griechen greift jedes Rädchen ins andere", sagte Routinier Patrick Femerling. Und Sven Schultze kündigte an: "Jetzt werden wir die nächsten beiden Spiele gewinnen."

Gegen die Hellenen konnten auch Heiko Schaffartzik (23 Punkte) und Robin Benzing (16) als beste deutscher Werfer die dritte Turnier-Niederlage nicht verhindern. Beim Medaillenkandidaten Griechenland markierte Vassilis Spanoulis 20 Zähler.

Hamann nach vier Minuten mit drei Fouls belastet

Vor 2 500 Zuschauern in der Luczniczka-Halle kamen die "Bauermänner" gegen die flinken Südeuropäer in der Verteidigung häufig einen Schritt zu spät. Spielmacher Steffen Hamann war schon nach vier Minuten mit drei Fouls belastet und wurde ausgewechselt.

Zwar schossen Schaffartzik, der mit einer Trefferquote von 100 Prozent bestach, und Jan-Hendrik Jagla mit zwei "Dreiern" in Folge die erste deutsche Führung (12:10/6.) heraus. Doch die Griechen nutzten die vielen Chancen an der Freiwurf-Linie eiskalt aus, und zogen bis zur ersten Pause auf 25:19 davon.

Bauermann ließ rotieren

Im zweiten Abschnitt erwischte Griechenland, das 2005 in Belgrad gegen Deutschland im Finale den EM-Titel holte, den besseren Start und erhöhte den Vorsprung auf zehn Zähler (31:21). Nach den drei kraftraubenden Vorrundenspielen ließ Bauermann viel rotieren und brachte früh den erst 19-jährigen Tibor Pleiß. Mit dem Neu-Bamberger wurde das Spiel der DBB-Youngster wieder etwas stabiler. Allerdings gingen die wurfsicheren Griechen (52 Prozent Trefferquote zur Halbzeit) mit einer Acht-Punkte-Führung in die Kabine.

Den Anfang der zweiten Halbzeit verschlief das DBB-Team und der Europameister von 2005 kam zu vier einfachen Punkten (45:33). Dies war aber offenbar ein Weckruf für die deutschen Nationalspieler, die nun um jeden Ball kämpften: Patrick Femerling, Elias Harris, Demond Greene und Sven Schultze brachten die DBB-Auswahl auf vier Punkte heran (45:49/26.). Immer wenn es für die Griechen allerdings brenzlig wurde, spielten diese gegen die unerfahrenen "Bauermänner" ihre Routine aus: Eine 12:3-Serie der Hellenen war die Folge.

Benzing drehte auf

Im Schlussabschnitt gab sich das DBB-Team aber nicht geschlagen: Besonders der erneut in der Start-Fünf stehende Robin Benzing drehte noch einmal auf. Einem Drei-Punkte-Spiel ließ der noch Bundesliga-unerfahrene Flügelspieler einen Korbleger und einen "Dreier" (62:68/35.) folgen. Im letzten Viertel kam er insgesamt auf zwölf Punkte. Die Griechen ließen sich aber auch davon nicht aus der Ruhe bringen.

© SID

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