Basketball EM
Spanier erteilen Nowitzki und Co. Lehrstunde

Gastgeber Spanien hat den Traum der deutschen Basketballer vom EM-Halbfinale platzen lassen. Der Weltmeister führte eine schwache DBB-Auswahl um NBA-Star Dirk Nowitzki beim 83:55-Erfolg zeitweise vor.

Der Weltmeister hat dem Vize-Europameister eine ganz bittere Lektion erteilt. Im Viertelfinale der EM im eigenen Land spielte Spanien mit der deutschen Nationalmannschaft Katz' und Maus und gewann hochüberlegen mit 83:55 (40:27). Mit dem Sieg vor 16 000 Zuschauern im Hexenkessel des Sportpalastes von Madrid gelang den Spaniern eine eindrucksvolle Revanche für die im Halbfinale der EM 2005 in Belgrad gegen Dirk Nowitzki und Co. erlittene 73:74-Niederlage.

Die EM-Gastgeber treffen auf dem Weg zum anvisierten ersten EM-Gold ihrer Geschichte am Samstag (19 Uhr) im Semifinale auf Titelverteidiger Griechenland oder Slowenien. Der Verlierer dieses Viertelfinals ist am Samstag (14 Uhr) erster Gegner des DBB-Teams in der Runde um die Plätze fünf bis acht und die Teilnahme am Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Der Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann würde dafür EM-Platz sieben reichen.

Metzelder und Schuster Augenzeugen der Pleite

Fußball-Nationalspieler und Basketball-Fan Christoph Metzelder aus dem Team des spanischen Rekordmeisters Real Madrid, sein Trainer Bernd Schuster sowie der ehemalige deutsche NBA-Star Detlef Schrempf auf der Tribüne erlebten in der Anfangsphase zunächst eine 15-minütige Unterbrechung wegen technischer Probleme an der Anzeigentafel. Der Konzentration und Motivation der deutschen Mannschaft tat dies jedoch einen Tag nach dem 67:58 im Zwischenrunden-'Endspiel' gegen Italien keinen Abbruch.

Nach anfangs offenem Spiel geriet das DBB-Team durch eine 8:0-Serie der Spanier mit zwei Drei-Punkte-Treffern in Folge mit 9:16 in Rückstand. Am Ende des ersten Viertels belief sich der Abstand auf vier Punkte (14:18). In der Defensive lieferte die deutsche Mannschaft zunächst gute Arbeit ab, ließ jedoch in den letzten zwei Minuten vor der Halbzeit einen Lauf der Spanier zu.

Größtes Manko von Nowitzki und Co. war die schwache Trefferquote von 34 Prozent aus dem Feld (Spanien: 59 Prozent), das konnte auch die bessere Reboundstatistik (20:15) bis zur Pause nicht kompensieren. Daran änderte sich auch in der Folge nichts, weil selbst Nowitzki weit unter seiner Quote blieb.

Navarro und Calderon überragen

Dank ihrer exzellenten Distanzschützen Carlos Navarro und NBA-Profi Jose Calderon (Toronto Raptors) zogen die Spanier auf 48:32 vorentscheidend davon. Auf jedes Bemühen des DBB-Teams zu verkürzen hatte der Gegner an diesem Abend eine Antwort parat. So zerschlug sich schnell die Hoffnung von Coach Bauermann auf eine Siegchance bei einem engen Spiel bis zur Schlussphase.

Bester Werfer der DBB-Auswahl war einmal mehr Nowitzki mit allerdings nur elf Punkten. Die Spanier hatten in Calderon (17 Punkte) ihren treffsichersten Spieler.

Zuvor hatte sich Russland als erste Mannschaft für das Halbfinale qualifiziert. Der Achte der letzten Titelkämpfe vor zwei Jahren in Serbien und Montenegro besiegte im Viertefinale Frankreich mit 75:71 (39:42). Die Russen treffen in der Runde der letzten Vier am Samstag auf den Sieger der Viertelfinal-Begegnung am Freitag zwischen Litauen gegen Kroatien.

© SID

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