Basketball Euroleague
Köln auf dem Weg ins Abenteuerland

Der jüngste Kader, keine eigene Halle und am Ende kostet es mehr Geld als es einbringt. Die Basketball-Euroleague wird für den deutschen Meister Rheinenergie Köln zu einem echten Abenteuer. Heute geht es in Moskau los.

Im Konzert der besten europäischen Basketball-Teams spielt der deutsche Meister Rheinenergie Köln nicht nur sportlich die zweite Geige. Auch die Rahmenbedingungen gestalten sich bei der Premiere der Domstädter in der Euroleague schwierig.

"In erste Linie wollen wir lernen. Was am Ende dabei herauskommt, ist nicht abzusehen", sagt Manager Stephan Baeck vor dem Auftaktspiel des deutschen Meisters in der Vorrundengruppe A heute (18.15 Uhr) beim russischen Spitzenklub und Uleb-Cup-Sieger Dynamo Moskau.

Feste feiern wie weiland mit Saturn Köln

"Wir wollen in den Heimspielen Basketball-Feste feiern wie damals mit Saturn Köln in der alten Sporthalle", ergänzt Ex-Nationalspieler Baeck in Erinnerung an die spektakulären Auftritte vor 18 Jahren in der stets ausverkauften Arena. Es klingt Wehmut durch, denn Rheinenergie muss seine Heimspiele - das erste am 2. November gegen Efes Pilsen Istanbul - ausgerechnet im "Feindesland", nämlich in Düsseldorf austragen.

Doch die historisch begründete Rivalität zwischen den beiden rheinischen Städten gerät angesichts der Kölner Probleme in den Hintergrund. Weil das Provisorium am Girlitzweg in Köln nur 3 100 Zuschauern Platz bietet und die Kölnarena wegen ihrer Auslastung kaum zur Verfügung steht, musste ein Ausweichquartier her. Es blieb schließlich nur die Wahl zwischen einem Euroleague-Verzicht und der Philipshalle. Die Euroleague verlangt mindestens 5 000 Plätze, rund 8 000 müssten pro Spiel in die Kölnarena kommen, um nur die Miete einzuspielen.

Umzug ins rheinische "Feindesland"

"Wir wollten dabei sein. Das ist für die Entwicklung dieser jungen Mannschaft sehr wichtig, nachdem sie sich im Fiba-Cup im vergangenen Jahr so gut geschlagen hat. In der Endphase der Bundesliga haben wir davon profitiert", erklärt Baeck. Zudem sollen die Youngster die besondere Atmosphäre in der Beletage des Basketballs schnuppern, "allein, wenn man mit einer Polizeieskorte zu den Hallen gefahren wird." Die Euroleage sei ein ganz spezielles Erlebnis.

Doch im Gegensatz zu den prominenten Gruppengegnern wie Tau Ceramica (Spanien), Climamio Bologna, Efes Pilsen Istanbul, Dynamo Moskau, Olympiakos Piräus, Frankreichs Double-Gewinner Le Mans und Polens Meister Prokom Trefl (Polen) ist die Euroleague für die Kölner ein Zusatzgeschäft. "Deutschland ist das einzige Land, in dem der betreffende Klub nicht finanziell davon profitiert. In anderen Ländern lohnt es sich schon wegen der lukrativen Fernsehverträge", berichtet Baeck.

Köln muss noch Geld mitbringen

Jedes Heimspiel kostet Köln, das unter den 24 Klubs in den drei Vorrunden-Gruppen mit dem jüngsten Kader startet, rund 40 000 Euro. Etwa 390 Seiten umfassen die Richtlinien der Euroleague für den Gastgeber. Die Vorgaben reichen von der Beschaffenheit des Hallenbodens bis zur Bestuhlung und Bepflanzung des VIP-Bereichs. Dazu kommen die Produktionskosten für die Live-Übertragungen im Regionalsender center.tv.

"Ich hoffe, die Fans werden unser Bemühen honorieren und zahlreich in die Halle kommen", sagt Baeck. Mit attraktivem Basketball, wie einst zu Zeiten von Saturn Köln, wollen es die Kölner Korbjäger danken - und natürlich mit den nötigen Siegen für den Sprung in die Top16-Runde. Die erreichen die jeweils fünf Besten der drei Gruppen sowie der beste Sechste.

© SID

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