Basketball Nationalmannschaft
Deutsche Basketballer in Ankara Dritter

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat bei einem Sechs-Länder-Turnier im türkischen Ankara das Spiel um Platz drei gegen Lettland 89:72 (39:40) gewonnen.

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat sich auch ohne ihren Leitwolf Dirk Nowitzki mit Platz drei beim gut besetzten Sechs-Länder-Turnier in Ankara Mut gemacht für die EM in Polen (7. bis 20. September). Die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann feierte im "kleinen Finale" am Sonntag einen klaren 89:72 (39:40)-Erfolg gegen den kommenden EM-Gruppengegner Lettland und wies nach vier Spielen eine ausgeglichene Bilanz aus. "Platz drei für diese junge Mannschaft ist eine tolle Leistung. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", sagte Bauermann.

Ohne Dallas-Superstar Dirk Nowitzki und den zweiten deutschen NBA-Akteur Chris Kaman (Los Angeles Clippers), die dem Deutschen Basketball Bund (DBB) für die EM abgesagt hatten, überzeugte die deutsche Mannschaft vor allem in kämpferischer Hinsicht. So auch gegen die Letten, die in Halbzeit eins noch 37:28 führten.

Doch mit elf Punkten in Folge kam die Mannschaft um Rückkehrer Patrick Femerling wieder heran und legte mit dem Zwischenspurt den Grundstein zum Erfolg. Das dritte Viertel entschied die DBB-Auswahl dann dank ihrer sicheren Distanzschützen mit 29:14 für sich und gab diesen Rückstand nicht mehr ab. "Nach dem schwachen Start hat die Mannschaft Moral und Charakter bewiesen", sagte Bauermann.

Beste Werfer in der deutschen Mannschaft waren der Braunschweiger Heiko Schaffartzik (15) und der vereinslose Demond Greene (14). Überzeugen konnte mit 13 Zählern auch Lucca Staiger von der Iowa State University.

Routinier Femerling macht sich unverzichtbar

Patrick Femerling gehörte mit zehn Punkten und fünf Rebounds wieder zu den Stützen der Mannschaft und erweist sich für Bauermann mit Blick auf Polen als Glücksfall. Mit seiner Routine ist der Center für die junge Mannschaft unverzichtbar. Femerling hatte seinen Rücktritt vor einem Jahr nach sechs EM- und zwei WM-Turnieren sowie den Olympischen Spielen in Peking verkündet.

Gegen die beiden Finalisten Kroatien (62:75) und Mazedonien (75:94) kassierte Deutschland in Ankara seine beiden Niederlagen, nachdem zuvor Gastgeber Türkei mit 74:67 bezwungen worden war. Dabei machte sich gegen die Mazedonier, die beim Supercup noch bezwungen wurden, ein Kräfteverschleiß bemerkbar.

Für Bauermann kein Grund zur Panik: "Nach dem tollen Spiel gegen die Türken und dem sehr guten Spiel gegen die Kroaten hat man die Belastung von den drei Spielen innerhalb von drei Tagen gemerkt. Die Jungs haben alles gegeben und toll gekämpft."

Einziger Wermutstropfen war die Verletzung von Steffen Hamann im Halbfinale gegen Mazedonien. Der Spielmacher von Alba Berlin erlitt bereits nach wenigen Sekunden eine Bänderdehnung im rechten Fuß. Dies ergab die Untersuchung am Sonntag.

Nach dem Turnier in Ankara bestreitet Bauermanns Team noch zwei Länderspiele gegen Slowenien am 2. September in Bonn und am 3. September in Karlsruhe. Danach muss der Coach den Kader von 14 auf zwölf Spieler reduzieren. Wahrscheinlich wird er in den beiden Partien auch auf Hamann zurückgreifen können. Sein Einsatz bei der EM ist demnach nicht gefährdet.

© SID

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