Basketball NBA
Celtics holen den Titel zurück nach Boston

Die Boston Celtics haben sich durch ein 131:92 gegen die Los Angeles Lakers im sechsten Finalspiel zum insgesamt 17. Mal den NBA-Titel gesichert.

Die Basketball-Götter tragen zumindest in den USA wieder Grün. 22 Jahre nach seiner bis dato letzten Meisterschaft gewann Rekordchampion Boston Celtics am Dienstag gegen die Los Angeles Lakers mit 131:92 und setzte damit ein imposantes Ausrufezeichen hinter die Finalserie 2008.

Der 4:2-Endstand ist für den Klub mit den berühmten grünen Trikots gleichbedeutend mit dem insgesamt 17. Titel und markiert eines der größten Comebacks in der Geschichte des US-Sports. Noch im Vorjahr waren die Ostküstler in der nordamerikanischen Profiliga NBA das schlechteste Team der Eastern Conference.

Garnett: "Der glücklichste Tag in meinem Leben"

"Abgesehen von der Geburt meines Kindes ist das der glücklichste Tag in meinem Leben. Jetzt werde ich erstmal mehrere Wochen nicht schlafen gehen", sagte der überglückliche Celtics-Spieler Kevin Garnett nach dem grandiosen Sieg. Der Power Forward avancierte gemeinsam mit Ray Allen (je 26 Zähler) zum Topscorer des sechsten Endspiels. Beide waren erst vor Saisonbeginn von Boston verpflichtet worden und kassieren rund 40 Mill. Dollar pro Jahr. Im Finale zahlte sich die beachtliche Investition aus.

Am Ende eines emotionalen Abends, an dem fast alle Spieler beim Sieger ihren Tränen freien Lauf ließen, bewahrheitete sich zudem eine alte Basketball-Devise. "Die Defensive gewinnt Meisterschaften", begründete Celtics-Coach Doc Rivers schon vor Beginn des Finales seine Prognose, dass Boston gegen das junge Lakers-Team die Nase vorn haben würde - und das, obwohl sein Team am Vortag bei der Rückreise von Los Angeles nach Boston noch stundenlang im Flieger festsaß.

Schon zur Halbzeit untermauerte der Blick auf die Statistik diese These. Los Angeles pflückte unter dem Korb nicht einen einzigen offensiven Rebound und lag folgerichtig mit 23 Punkten zurück. "Dieser Rückstand war unser emotionales Todesurteil. Im kommenden Jahr brauche ich Spieler, die sich aufbäumen und im Kampf Mann gegen Mann nicht zurückstecken", analysierte Lakers-Coach Phil Jackson, der mit einem Finalsieg mit zehn Titeln zum erfolgreichsten Coach aller Zeiten avanciert wäre.

Stattdessen musste der Trainer-Guru mit versteinerte Miene mitansehen, wie der soeben zum besten defensiven Spieler der Liga gewählte Garnett im grünen Konfettiregen seine Freude herausbrüllte: "Alles ist möglich. Jahrelang wollte keiner an mich glauben. Jetzt habe ich endlich den Ring!"

Lakers-Superstar Kobe Bryant sah sich im gesamten Spielverlauf mit einer konstanten Doppeldeckung konfrontiert und kam am Ende nur auf für ihn mäßige 22 Punkte. Auf der Gegenseite agierte Allen nach Belieben und egalisierte mit sieben verwandelten Dreipunktewürfen den NBA-Finalrekord.

Pierce Final-MVP

Zum wertvollsten Spieler ("MVP") der Endspielserie wurde jedoch Publikumsliebling Paul Pierce gekürt. Der 30-Jährige, seit zehn Jahren in Boston, war mit 21,8 Zählern im Spielschnitt konstantester Punktelieferant in den sechs Partien.

"Kein Zweifel, Boston hat den Titel verdient", rief NBA-Commissioner David Stern der jubelnden Menge zu und erinnerte an den legendären Celtics-Coach Red Auerbach, der sich nach jedem seiner Finalsiege eine dicke Zigarre gegönnt hatte: "Irgendwo da oben steckt sich Red jetzt einen Glimmstengel an."

Celtics-Trainer Doc Rivers lehnte derweil die angebotenen Tabakwaren ab. Stattdessen wurde dem ehemaligen NBA-Star schon 30 Sekunden vor Spielende von seiner Mannschaft ein riesiger Kübel eines Sportdrinks über den Kopf geschüttet.

© SID

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