Basketball NBA
Celtics-Legende Larry Bird feiert 50. Geburtstag

Der wahrscheinlich beste weiße NBA-Profi aller Zeiten feiert heute seinen 50. Geburtstag. Larry Bird, dreimaliger Champion mit den Boston Celtics, löste als "Basketball-Jesus" in den 80er Jahren eine "Bird-Mania" aus.

Die große weiße Hoffnung, "Larry Legend" und selbst "Basketball-Jesus" - es gibt nicht viele Attribute, mit denen Larry Bird in seiner Karriere nicht belegt wurde. Nach zwölf Jahren im Trikot der Boston Celtics, die in drei Meisterschaften und vier Ehrungen zum wertvollsten Spieler der Saison gipfelten, blickt Bird heute auf eine der glorreichsten Karrieren in der National Basketball Association (NBA) zurück. Heute feiert der in den USA immer noch überaus beliebte Superstar seinen 50. Geburtstag.

Gehänselter Knirps steigt zur Legende auf

Viel deutete im Hause Bird lange Zeit nicht darauf hin, dass der einst wegen seiner schmächtigen Statur von den Nachbarskindern gehänselte Knirps einmal zu einem der legendärsten Sportler Amerikas aufsteigen sollte. Larrys Vater Joe war ein Alkoholiker, der die Familie mit seiner Sauferei in den Ruin und seinen Sohn zum offen zugegebenen Geiz trieb. Dass dieser trotzdem den Sprung zum Basketball schaffte, schreibt er seiner Mutter Georgia zu: "Wenn eine Rechnung bei der Bank offen war und ich gleichzeitig ein paar Turnschuhe brauchte, musste die Bank warten. Für meine Mutter standen die Kinder immer im Vordergrund."

Dass Bird Talent hatte, wurde in seiner Zeit bei der Universität von Indiana State schnell klar. Dennoch überraschte die Summe, mit der die Celtics ihn im Jahre 1979 nach Boston lockten - 650 000 Dollar Jahresgehalt bedeuteten Rekord für einen Neuling. Der Newcomer beseitigte jedoch in den Folgemonaten schnell Zweifel an seiner Tauglichkeit. Gleich im ersten Jahr avancierte das Team aus Neuengland mit 61 Siegen und 21 Niederlagen zum besten Team der NBA, nachdem es in der Vorsaison (29 Siege, 53 Niederlagen) noch in den Niederungen der Tabelle herumgedümpelte hatte.

Während Bird in Boston quasi mit seinem Debüt den Status des Superstars erreichte, war er auch für die Liga insgesamt eminent wichtig. Die NBA beklagte in den 70er Jahren halbvolle Arenen und schwindende TV-Quoten. Ein weißer Basketballspieler, dessen Spielweise und Wurfästhetik an jene seiner farbigen Kollegen erinnerte, brachte endlich einen Großteil der Zuschauer in die Hallen zurück. Natürlich half es auch, dass ein gewisser Earvin "Magic" Johnson im Trikot der Los Angeles Lakers zum Erzrivalen Birds aufstieg. Das Duell der beiden Freunde sollte im kommenden Jahrzehnt regelmäßig zu den Highlights der Sportszene gehören.

Erfinder des Trashtalks wünscht "Merry Fucking Christmas!"

Spätestens als die Celtics 1981 gegen die Houston Rockets den Titel gewannen, erreichte die "Bird-Mania" auch außerhalb Bostons ungeahnte Ausmaße. Der immer etwas scheu wirkende Forward überraschte derweil Fans und Gegner mit einer neuen, bisher unbekannten Seite: als Erfinder des Trashtalks setzte Bird auch dort neue Maßstäbe. Vor einem Spiel am Weihnachtstag versprach er seinem Gegenspieler Chuck Person (Indiana Pacers) ein Geschenk. Nach einem gelungenen Dreipunktewurf bedachte er diesen mit dem noch heute erinnerungswürdigen Weihnachtsgruß: "Merry Fucking Christmas!"

Zwölf Jahre lang mischte Bird (Punktdurchschnitt: 24,3) die NBA auf, bevor er nach dem Olympiasieg mit dem "Dream Team" 1992 in Bracelona seine Karriere wegen Rückenbeschwerden beendete. Nach einem erfolgreichen Abstecher ins Trainergeschäft (Indiana Pacers 1997-2000) ist er heute bei den Pacers als Präsident of Basketball Operations für die sportliche Entwicklung verantwortlich. Seine Fans halten ihm auch im Ruhestand die Stange. Als im letzten Jahr ein überführter Räuber zu 30 Jahren Gefängnis verdonnert wurde, bat der erklärte Bird-Fan den Richter in Anlehnung an das Trikot seines Idols um Anhebung der Strafe auf 33 Jahre. Auch der Richter war ein Bird-Anhänger. Dem Antrag wurde stattgegeben.

© SID

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