Basketball NBA
Nowitzki geht "mit dem Momentum in die Play-offs"

Wenn heute die Play-offs der NBA beginnen, zählen die Dallas Mavericks nicht zum Favoritenkreis. "Wir akzeptieren die Außenseiter-Rolle", bremst auch Dirk Nowitzki die Erwartungen.

Die Erinnerung an die größte Schmach seiner Karriere ist noch immer frisch. Doch jetzt brennt Dirk Nowitzki auf Wiedergutmachung. Gemeinsam mit den Dallas Mavericks will sich der deutsche Basketballstar bei den heute beginnenden Play-offs der National Basketball Association (NBA) für das blamable Erstrunden-Aus des Vorjahres gegen die Golden State Warriors rehabilitieren. "Im letzten Jahr war Golden State der falsche Gegner zur falschen Zeit. Die waren einfach heiß", sagt Nowitzki.

Obwohl Dallas in der Westgruppe nur als Siebter gesetzt ist (Nowitzki: "Das ist schon bitter"), sieht der Würzburger sein Team in der Auftaktrunde gegen die New Orleans Hornets nicht chancenlos. "Es hätte mit den Los Angeles Lakers schlimmer kommen können. Wir akzeptieren die Außenseiter-Rolle und gehen mit dem Momentum in die Play-offs. Wir können und müssen auch wichtige Spiele auswärts gewinnen."

"Mussten bis zum Ende Volldampf geben"

In den vergangenen Play-offs sei es ein Nachteil gewesen, die Teilnahme schon Ende März in der Tasche gehabt zu haben. "Da war es schwierig, die Konzentration hoch zu halten. Wir haben es versucht, aber ein bisschen lässt man schleifen, und dann konnten wir nicht mehr umschalten. In diesem Jahr ist es fast besser: Wir mussten bis zum Ende Volldampf geben."

Es war ein Jahr der Extreme für den mittlerweile fast 30-Jährigen. Erst die Wahl zum wertvollsten Spieler der Liga, dann Sündenbock in den letztjährigen Play-offs und schließlich der daraus resultierende hässliche Spießrutenlauf, der Nowitzki die Prioritäten neu ordnen ließ.

"Es war mit Sicherheit die größte Herausforderung meiner Karriere", sagte der Franke im Rückblick auf jene Zeit, die ihm jenseits des Atlantiks die zweifelhafte Reputation als "Softie" einbrachte. Ironischerweise war es nicht die ordentliche Saison mit durchschnittlich 23,6 pro Punkten pro Spiel, die jetzt für Rehabilitierung sorgte.

"Magic" Johnson hält Dallas für "zu unbeständig"

Als Nowitzki nach einer Sprunggelenkverletzung nur vier Spiele aussetzte ("Es schmerzt nur noch, wenn ich abrupt die Richtung wechsle") und anschließend sein Team mit etlichen Heroiken in die Play-offs führte, überschlugen sich selbst seine Kritiker mit Lob. Trotz des schnellen Comebacks und der kurzfristigen Verpflichtung von Guard Jason Kidd hat jedoch kaum einer der Experten die Mavericks auf der Karte.

"Sie spielen etwas zu unbeständig", urteilte beispielsweise der große Earvin "Magic" Johnson, Altstar Charles Barkley sieht die "Mavs" zumindest in der "best-of-seven"-Auftaktrunde als jenes Team, das für eine Überraschung sorgen könnte. Mit Recht - für die Play-off-unerfahrenen "Hornissen" war die Saison in der Vergangenheit meist schon im April beendet.

Hochspannung scheint garantiert

Weil im "wilden Westen" die besten acht Teams zum Saisonende nicht einmal zehn Siege auseinander lagen, scheint der Ausgang der diesjährigen Meisterschaft völlig offen. Dem wiedererstarkten Rekordmeister Los Angeles Lakers und deren Superstar Kobe Bryant - als heißer MVP-Nachfolger Nowitzkis gehandelt - werden dabei die besten Chancen eingeräumt. Die topgesetzten Kalifornier bekommen es zu Beginn mit den Denver Nuggets zu tun. Titelverteidiger San Antonio Spurs trifft auf die Phoenix Suns, die Utah Jazz spielen gegen die Houston Rockets.

In der schwächer eingeschätzten Ostgruppe wurden die Boston Celtics nach der Verpflichtung von Kevin Garnett und Ray Allen ihrer Favoritenstellung mit 66 Saisonsiegen gerecht und dürften gegen die Atlanta Hawks kaum Probleme bekommen.

© SID

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