Basketball NBA
Nowitzkis Mavericks verlieren Spiel fünf

Jetzt wird es eng für die Dallas Mavericks: Nach einer 101:100-Niederlage nach Verlängerung in Miami liegt das Team aus Florida in den NBA-Finals mit 3:2 in Führung. Allerdings wechselt das Heimrecht nun nach Dallas.

Es war eine halbe Stunde nach Mitternacht, als Dirk Nowitzki den Ball in bester Fußballer-Manier angewidert in die Zuschauerränge kickte. Soeben hatten die Dallas Mavericks im fünften NBA-Finale gegen die Miami Heat einen Basketball-Thriller in der Verlängerung 100:101 verloren und Miami damit als zweitem Team nach den Detroit Pistons (2004) drei Heimsiege zur Mitte der "best of seven"-Serie erlaubt.

In der sechsten Begegnung in der Nacht zum Mittwoch (03.00 Uhr/live bei Premiere) in Dallas bietet sich den Heat die Chance zum Matchball, die Mavericks stehen hingegen bei einem Zwischenstand von 2:3 mit dem Rücken zur Wand. "Es war eine Woche mit drei bitteren Niederlagen. Zum Glück sind wir ein Team, das sich immer wieder aufrafft. Jetzt müssen wir zuhause den Spieß umdrehen", sagte Nowitzki, mit 20 Punkten diesmal nur drittbester Mavericks-Schütze.

Sie hatten alles versucht.

Nach den zwei deprimierenden Pleiten in den Spielen drei und vier quartierte Mavericks-Coach Avery Johnson seine Truppe am Samstag kurzerhand aus dem noblen Hotel "Vier Jahreszeiten" in Miami aus und brachte sie im 80 km entfernten Fort Lauderdale erstmals in Doppelzimmern unter. Nowitzkis Zimmerkamerad Darrell Armstrong wurde so unfreiwillig zum Fußball-Fan, nachdem er sich stundenlang die WM-Berichterstattung im Fernsehen anschauen musste. Die Weltmeisterschaft war nicht die einzige Motivation für Deutschlands Ausnahme-Basketballer. Pünktlich zum amerikanischen Vatertag flog Nowitzki seinen Vater Jörg nach Florida ein.

Dieser erlebte mit gut 20 000 Zuschauern in der brodelnden American Airlines Arena eine packende Partie, in der sich keines der Teams einen Vorsprung von mehr als zehn Punkten erarbeiten konnte. Dallas, das ohne den gesperrten Jerry Stackhouse auskommen musste, zeigte sich in der Defensive stark verbessert, fand allerdings einmal mehr kein Mittel gegen den überragenden Dwyane Wade. Der Shooting Guard der Heat erzielte 43 Punkte, stellte dazu mit 21 verwandelten Freiwürfen einen Rekord in den NBA-Finals auf.

Hektik nach Timeout

Obwohl Miami mit 49 Freiwürfen fast doppelt so oft zur Foullinie trat als Dallas (25), waren es die Mavericks, die in der Schlussphase die besseren Chancen zum Sieg hatten. Zunächst setzte Jason Terry (35 Punkte) die rote Kugel mit der Schlusssirene auf den Korbrand, in der Verlängerung vergab der unerfahrene Devin Harris gleich zwei Freiwürfe in Folge. Die umstrittene Hauptrolle spielte aber das Schiedsrichter-Gespann. Nachdem Wade mit dem ersten von zwei Freiwürfen zum 100:100 ausgeglichen hatte, signalisierte die Mavericks-Bank eine Auszeit nach dem zweiten Versuch. Die Unparteilischen missverstanden das Signal, gaben ein sofortiges Timeout und raubten den Mavericks damit die Chance, die Begegnung nach Wades zweitem Freiwurf 1,8 Sekunden vor Schluss nach NBA-Regeln in des Gegners Hälfte fortzusetzen.

"Es ist mir völlig unverständlich, wie jemand, der 30 Jahre dabei ist, solch eine Entscheidung treffen kann", war Johnson noch eine halbe Stunde nach Spielende völlig außer sich. Auch Nowitzki übte offene Kritik an den Offiziellen. "Es war unser letztes Timeout. Kein Team in der NBA würde das auf diese Weise vergeuden. Das hätten die Schiedsrichter einfach wissen müssen." Am Ende eines frustrierenden Auswärtstrips fand der Deutsche aber zumindest etwas Positives: "Nach der Sperre für Stackhouse sind wir mit Wut in dieses Spiel gegangen und haben uns ordentlich geschlagen. Diese Wut ist jetzt noch größer. Hoffentlich können wir sie daheim in zwei Siege ummünzen."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%