Basketball WM
DBB-Auswahl erreicht WM-Viertelfinale

Mit einem knappen 78:77-Erfolg über Nigeria ist die deutsche Basketball-Nationalmannschaft bei der WM in Japan in die Runde der letzten Acht eingezogen. Nach dem glücklichen Sieg geht es nun gegen Titelfavorit USA.

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat es erneut spannend gemacht und ist mit einem knappen 78:77 (48:44)-Sieg gegen Nigeria zum zweiten Mal nach dem Bronze-Coup 2002 in ein WM-Viertelfinale eingezogen. Beim Turnier in Japan trifft die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann am kommenden Mittwoch (12.30 Uhr/live im DSF) in der Runde der letzten Acht auf Titelfavorit USA mit seinen NBA-Profis, die Australien souverän mit 113:73 (59:29) besiegten.

Für die "DBB-Riesen" hatte in der Super Arena in Saitama zwischen dem WM-Aus und dem "Spiel des Jahres" nur ein Wimpernschlag gelegen. Nachdem der nigerianische NBA-Profi Ime Udoka in der letzten Spielsekunde in bester Wurfposition den Korb verfehlte, atmeten die verdutzten deutschen Basketballer allesamt tief durch. Erst mit einiger Verzögerung machte sich Freude über den Zittersieg sowie das bevorstehende Highlight gegen die USA breit.

"Es überwiegt die Freude und der Stolz"

"Was kann Besseres passieren als ein Spiel gegen die Amerikaner, um in Deutschland die Aufmerksamkeit auf unseren Sport zu richten", fragte Bauermann, sprach anschließend von der "größtmöglichen Hürde, Spiel des Jahres und einer großen Herausforderung." An eine Niederlage gegen den scheinbar übermächtigen Gegner, der die Australier locker vom Parkett fegte, und die eventuellen Spiele um die Plätze fünf bis acht wollte der DBB-Coach nicht denken. "Es überwiegt die Freude und der Stolz über das Erreichte, immerhin befinden sich Mitfavoriten wie Italien oder Titelverteidiger Serbien und Montenegro bereits auf dem Weg nach Hause."

Den Sprung in die Runde der letzten Acht mit dem fünften Sieg im sechsten Turnierspiel musste sich der Vize-Europameister gegen die aufstrebenden Nigerianer hart erkämpfen. Ähnlich wie im letzten und spektakulären Vorrundenspiel in Hiroshima gegen Angola (108:103 nach dreimaliger Verlängerung) hatten Dirk Nowitzki und Co. die erwartete Schwerstarbeit gegen die athletischen sowie physisch starken, überwiegend in den USA geborenen und ausgebildeten Afrikaner zu verrichten.

"Wir haben uns sofort eine Führung erarbeitet, aber die Hürde nicht so richtig geschafft", beschrieb NBA-Star Nowitzki die Partie vor 13 000 Zuschauern zum ungewöhnlichen Spielbeginn um 10.00 Uhr morgens. Um 6.00 Uhr hatte Bauermann seine schlafenden "Riesen" geweckt, und die präsentierten sich zumindest in der Verteidigung hellwach. Doch in der Offensive konnten sie sich nie deutlicher als mit zehn Punkten absetzen, weil auch Nowitzki hart und eng markiert wurde.

Doch der 28-Jährige erzielte dennoch 23 Punkte, holte neun Rebounds und glänzte mit fünf Assists. "Gut, es war kein glorreicher Sieg, aber ein bisschen Glück gehört im Sport dazu, wir haben es uns verdient", resümierte der NBA-Allstar. Seine beste Turnierleistung bot dafür ausgerechnet der geborene Nigerianer Ademola Okulaja (19 Punkte), der stets im richtigen Moment punktete und das DBB-Team zusammen mit Nowitzki im Spiel hielt, ehe Aufbauspieler Udoka von den New York Knicks einen Blackout der Defensive beinahe zum Siegkorb für Nigeria genutzt und die DBB-Crew vorzeitig nach Hause geschickt hätte.

"Sie sind klarer Favorit, aber nichts ist unmöglich"

Nach der Schrecksekunde begann die Vorbereitung auf die USA. "Wir freuen uns und brennen darauf, gegen sie spielen zu können", bestätigte Bauermann den internationalen Medien. Völlig relaxt sieht Nowitzki dem Duell mit seinen NBA-Kollegen und besonders mit Dwyane Wade von den Miami Heat, der dem gebürtigen Würzburger in den diesjährigen NBA-Finals die Show und den Titel stahl, entgegen. "Sie sind klarer Favorit, aber nichts ist unmöglich."

Ähnlich sehen es die übrigen deutschen Korbjäger. "Wir müssen den Gegner ohnehin nehmen wie er kommt. Gegen die USA haben wir nichts zu verlieren", meinte Johannes Herber und der erneut starke Mithat Demirel ergänzte selbstbewusst: "Wir wollen weiterhin einen Platz auf dem Treppchen wie vor vier Jahren in Indianapolis, und deshalb müssen auch wir die USA schlagen."

© SID

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