Basketball WM
DBB-Riesen verlieren gegen Frankreich

In den Schlusssekunden hat die deutsche Basketball-Nationalmannschaft den möglichen Sieg gegen Frankreich aus der Hand gegeben. Nach der 73:75-Niederlage spielen Nowitzki und Co. jetzt gegen Litauen um WM-Platz sieben.

Ein einziger Tag ließ die Träume der deutschen Basketball-Nationalmannschaft von einer Medaille und anschließend von einer versöhnlichen Platzierung unter den besten fünf Basketball-Nationen der Welt platzen. Statt des "Treppchens" droht nunmehr sogar "nur" Platz acht. "Auch das wäre ein Erfolg", versuchte Bundestrainer Dirk Bauermann zu relativieren, während seine Mannschaft nach dem 73:75 (31:38) gegen Frankreich mit hängenden Köpfen aus der Super Arena von Saitama schlich.

24 Stunde nach dem 65:85 im Viertelfinale gegen die USA traf die deutschen "Riesen" die Niederlage gegen die Grande Nation ins Mark. "Zwei solche Niederlagen an zwei Tagen, das ist bitter, denn wir haben viel investiert. Jetzt will ich das Turnier zumindest mit einem Sieg beenden", meinte NBA-Star Dirk Nowitzki sichtlich mitgenommen. Denn auch er schaffte es trotz 29 Punkten diesmal nicht, den Sieg in den Schluss-Sekunden sicherzustellen.

Die Nerven versagten

Den deutschen Basketballern versagten die Nerven, folglich müssen sie nun am kommenden Sonntag (9.30 Uhr/live im DSF) im "Vorspiel" des Finales gegen Litauen antreten, dass zuvor sein erstes Platzierungspiel mit 84:95 nach Verlängerung gegen die Türkei, Ausrichter der nächsten WM 2010, verlor.

Zwei ärgerliche Ballverluste in den letzten 20 Sekunden beim Gleichstand von 73:73 kosteten den möglichen Sieg, zumal der französische NBA-Profi Boris Diaw von den Phoenix Suns 11,7 Sekunden vor dem Ende zwei Freiwürfe vergab und das DBB-Team in Ballbesitz brachte, bevor Demond Greene den Franzosen einen überhasteten Pass buchstäblich in die Hände spielte.

Keine Vorwürfe an Greene

"Kein Vorwurf an ihn, ohne ihn wären wir nicht ins Viertefinale gekommen", meinte Bauermann und Nowitzki ergänzte: "Wir wissen alle, dass wir nicht wegen eines Passes verloren haben, es war eine Summe von Fehlern. Gegen Nigeria hat es gereicht, auch zuvor gegen Angola, heute eben nicht." Ein Fazit der WM wollte der NBA-Allstar von den Dallas Mavericks noch nicht ziehen, stattdessen wetterte der 28-Jährige über den Spielplan: "Jetzt müssen wir bis zum Spiel um Platz sieben zwei Tage warten. Was ist das für eine Schwachsinns-Planung."

Allzu gern hätten er und seine Kollegen am Samstag um Rang fünf gespielt, um bereits einen Tag früher als vorgesehen den Heimflug antreten zu können. Es sei für die Mannschaft ein langer Monat mit acht WM-Spielen innerhalb von zwölf Tagen gewesen. Aber mit einem möglichen Kraftverlust ("Die anderen Mannschaften leisten ja das gleiche Pensum") wollte er die Konzentrationsschwächen in der Schlussphase nicht entschuldigen, zumal sich die DBB-Auswahl in einer starken zweiten Halbzeit nach einem 14-Punkte-Rückstand (22:36) eine Vier-Punkte-Führung (62:58) erarbeitete.

"Sie haben alles gegeben, die Leistung war in Ordnung. Das einem solch ein Ding aus der Hand gleitet - so ist der Sport. Vielleicht hat sich die Enttäuschung vom Vortag doch ein bisschen ausgewirkt", resümierte Bauermann. Obwohl es "nur" Platz sieben werden kann, lasse er sich den starken Auftritt seiner Mannschaft bei der WM in Japan nicht schlechtreden, unabhängig von dem, was im letzten Spiel passiere.

Seine Mannschaft wollte unbedingt gewinnen - und sie hat sich auch nicht durch das Erdbeben (4,8 auf der Richterskala) unmittelbar vor der Abfahrt in die Super Arena irritieren lassen, als die Spieler im 16. Stock des Urawa Royal Pines Hotels regelrecht durchgeschüttelt wurden.

© SID

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