Basketball WM
Nowitzki vor USA-Spiel: "Wir wollen Spaß haben"

Es ist ein bisschen David gegen Goliath, wenn die deutsche Basketball-Nationalmannschaft heute im WM-Viertelfinale auf die USA trifft. Doch NBA-Star Dirk Nowitzki macht seinem Team Mut: "Wir haben eine echte Chance."

Während Coach Dirk Bauermann noch an der richtigen Taktik feilt, stimmt Deutschlands Basketball-Superstar Dirk Nowitzki seine Kameraden auf das vermeintlich ungleiche WM-Duell mit seinen NBA-Kollegen ein. "Wir werden locker in diese Partie gehen und wollen Spaß haben. Wenn wir ein perfektes Spiel hinlegen, haben wir eine echte Chance", sagte der 28-Jährige vor dem heutigen Viertelfinale (12.30 Uhr/live im DSF) gegen den Gold-Favoriten USA.

Die Super Arena in Saitama wird bei dem Spektakel mit 18 500 Zuschauern voll besetzt sein, die Begegnung zudem weltweit in über 150 Länder übertragen. Außerdem haben Deutschlands Korbjäger das "Treppchen" als WM-Ziel noch nicht aus den Augen verloren. Viele Gründe also, alle Register gegen die Basketball-Millionäre aus der NBA zu ziehen und bereit zu sein für das Highlight des Jahres.

Respekt ja, aber keine Angst

"Respekt ja, Angst haben wir jedoch nicht vor den USA. Unser Ziel war es bei dieser WM nicht, uns durchzumogeln, um unter die letzten Acht zu kommen. Wir wollen weiter für Furore sorgen", versicherte Bauermann. Auch bei seinen Spielern herrsche mehr Vorfreude als der Ärger über das Pech, ausgerechnet gegen den Topfavoriten antreten zu müssen. Aufbauspieler Mithat Demirel bestätigt: "Wir glauben an eine Fifty-Fifty-Chance."

Im Blickpunkt wird natürlich NBA-Allstar Nowitzki stehen. Doch der Würzburger, der seinen Vertrag bei den Dallas Mavericks vor dem Saisonstart vorzeitig um weitere drei Jahre (insgesamt 59 Mill. Dollar) verlängern will, weiß um die Themen der Medien und stellt im Vorfeld klar: "Das ist für mich keine Revanche für das verlorene NBA-Finale, auch kein Duell Nowitzki gegen Dwyane Wade. Ich kann die NBA vom Nationalteam gut trennen."

Keine Revanche gegen Dwyane Wade

Er müsse nach der Niederlage in den Play-offs gegen die Miami Heat mit dem Topschützen Wade nichts beweisen. "Und wenn überhaupt, dann will ich mich in der kommenden NBA-Saison mit einem Titel beweisen", sagte der Blondschopf und Publikumsliebling der japanischen Fans. Er werde im Viertelfinale versuchen, sein Spiel durchzuziehen. Ansonsten sei die gesamte Mannschaft gefordert.

Nowitzkis Erfolgsrezept ist eine konzentrierte und aggressive Verteidigung, möglichst als Zonen-Variante, um die athletischen sowie individuell stärkeren Amerikaner vom Korb fernzuhalten und sie zu Distanzwürfen zu zwingen. Auf der Gegenseite sind auch die deutschen Kunstschützen von der Dreierlinie verstärkt gefordert. "Wir müssen versuchen, das Spiel so lange wir möglich eng zu halten", erklärte Nowitzki. Man dürfe nicht versuchen, die USA mit ihren Mitteln zu schlagen, so wie Australien im Achtelfinale (73:113), das hoffnungslos unter die Räder geriet.

Letzte Spiele machen Mut

Mut machen die letzten Duelle. Beim Turnier in Köln als Vorbereitung der USA auf Olympia in Athen hatten die "Bauermänner" die NBA-Stars beim 77:80 (4. August 2004) am Rande einer Niederlage, bevor Alan Iverson (Philadelphia 76ers) mit der Schlusssirene von der Mittellinie zum Sieg traf. Auch beim 87:104 in der Vorrunde der WM 2002 in Indianapolis zog sich die DBB-Auswahl achtbar aus der Affäre.

Doch diese von Coach Mike Krzyzewski akribisch zusammengestellte US-Auswahl dokumentiert auf dem Weg zum ersten WM-Titel seit 1994 und zur Wiedergutmachung für die letzten Blamagen (Platz sechs bei den WM 2002, Bronze bei Olympia 2004) eine andere Mentalität. "Wir nehmen jeden Gegner ernst, besonders die Deutschen mit Nowitzki", bestätigte "Coach K". Eines hat er mit seinem nicht minder ehrgeizigen Kollegen Bauermann gemeinsam: Gedanken an eine eventuelle Niederlage sind tabu.

© SID

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