Basketball WM
Spanien zeigt Nowitzki und Co. die Grenzen auf

Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Basketball-WM in Japan die erste Niederlage kassiert. Gegen Spanien musste sich die Truppe um NBA-Star Dirk Nowitzki deutlich mit 71:92 geschlagen geben.

Dirk Nowitzki schimpfte und fluchte, warf in einer Auszeit sogar verärgert einen Stuhl aufs Parkett. Für einen Siegertypen wie den NBA-Superstar von den Dallas Mavericks war es das reinste Frusterlebnis. Doch am Ende musste auch er anerkennen, dass gegen die Spanier diesmal kein Kraut gewachsen war. "Aber eine gute Mannschaft kommt nach solchen Niederlagen umso stärker zurück", sagte der gebürtige Würzburger nach der ernüchternden 71:92 (41:48)-Niederlage im dritten WM-Vorrundenspiel in Hiroshima gegen den Titelmitfavoriten trotzig.

Drei Spiele, zwei Siege lautet die Bilanz des Vize-Europameisters beim Titelkampf in Japan nach der Neuauflage des EM-Halbfinales von 2005 in Belgrad (74:73). Platz eins in der Gruppe scheint vorzeitig aus den Augen verloren, aber noch nicht das große Ziel: eine Medaille wie in Indianapolis 2002. "Wir wollen ins Achtelfinale, ob als Zweiter oder Dritter - das ist alles Kaffeesatz-Leserei", meinte Bundestrainer Dirk Bauermann mit Blick auf die beiden restlichen Gruppenspiele am Mittwoch (9.00 Uhr) gegen Panama und Donnerstag (6.00 Uhr/beide live im DSF) gegen Angola.

Kein Spiel am Dienstag

Am Dienstag ist für Nowitzki und Co. spielfrei. Zeit, die hohe Niederlage nach zuletzt zwei Siegen gegen Spanien zu analysieren. Sie haben das clever gemacht, unsere Fehler gnadenlos ausgenutzt. Ich selbst hatte kaum Raum, um etwas zu machen", meinte Nowitzki, der nur 14 Punkte erzielte, jedoch mit den meisten Rebounds (6) und Assists (5), aber auch mit für ihn ungewöhnlichen vier Ballverlusten in der Statistik stand.

"Wir waren nicht chancenlos", behauptete der Ausnahme-Basketballer, nachdem sich die DBB-Auswahl nach einem Blitzstart der Spanier auf 50:51 (23.) herangekämpft hatte, aber anschließend völlig die Ordnung verlor und vor 8 000 Zuschauern schon sechs Minuten später mit 16 Punkten in Rückstand (55:71) geraten war, was Nowitzki maßlos ärgerte: "Guten Mannschaften passiert das nicht."

Bauermann stimmte seinem Leistungsträger zu, schränkte jedoch ein: "Spanien hat auf allerhöchstem Niveau verteidigt und zudem überdurchnittlich gut betroffen. In dieser Konstellation ist es für jeden Gegner schwer zu bestehen. Das war europäischer Bilderbuch-Basketball." Allein die Quote von 61 Prozent von der Dreier-Linie sei, so der DBB-Coach, "Wahnsinn, weil man in diesem Maße nicht einmal unbehindert im Training trifft." Diese Trefferzahl würden die Iberer nicht noch einmal im Turnier annähernd erreichen.

Womit Bauermann Recht haben dürfte. Doch für seine Spieler war es frustrierend, was besonders die überragenden Aufbauspieler Manuel Calderon (20 Punkte) und Kunstschütze Carlos Navarro (19 Punkte) veranstalteten. Es erinnerte ein bisschen an das berühmte Hase- und Igelspiel. Bauermann: "Sie haben stets den freien Mann gefunden, wir nicht. Und wenn, dann haben wir oft nicht getroffen."

Noch herrscht Zuversicht

Mentale Folgeschäden befürchten die deutschen Spieler nicht. "Wir sind ja nicht ausgeschieden, sondern haben nur ein Vorrundenspiel verloren", sagte der Berliner Demond Greene (14 Punkte), neben Nowitzki treffsicherster DBB-"Riese". Immerhin Platz zwei ist noch möglich, dazu muss neben dem Pflichtsieg gegen das bislang sieglose Panama unter anderem ein Erfolg über Angola her. Der Afrikameister gewann auch sein drittes Gruppenspiel eindrucksvoll 95:73 gegen Neuseeland. Bauermann: "Sie sind das Überraschungsteam und das nicht wegen ihrer Athletik, sondern wegen ihrer Spielkultur. Das wird ein schweres Stück Arbeit. Aber wir werden bereit sein."

© SID

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