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Bayern-Poker mit Kovac und Zé Roberto

Robert Kovac, Zé Roberto, Thomas Linke, Samuel Kuffour, Alexander Zickler - von diesem Quintett, dessen Verträge am Saisonende auslaufen, wird man die Mehrzahl in der kommenden Saison wohl nicht mehr im Trikot des FC Bayern München sehen.

dpa LONDON. Robert Kovac, Zé Roberto, Thomas Linke, Samuel Kuffour, Alexander Zickler - von diesem Quintett, dessen Verträge am Saisonende auslaufen, wird man die Mehrzahl in der kommenden Saison wohl nicht mehr im Trikot des FC Bayern München sehen.

Der Luxuskader des deutschen Fußball-Rekordmeisters soll kleiner und kostengünstiger werden, bekräftigten die Vorstände Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß. "Ich bin mir sicher, dass der eine oder andere nicht bleibt. Aber wenn im Sommer die Allianz Arena eröffnet wird, werden wir dort trotzdem mit einer guten Mannschaft spielen", erklärte Hoeneß gelassen. Die neue Marschroute des Bundesliga-Krösus bekräftigte Rummenigge: "Wenn man sich finanziell nicht einigen kann, muss man sich eben trennen. Wir werden den neuen Marktpreisen gerecht. Wir werden hier keine Schalker und Dortmunder Verhältnisse haben."

Während die Trennung von Linke (35), Kuffour (28) und Zickler (31), die zu den Champions-League-Siegern von 2001 gehören, wohl beschlossene Sache ist, läuft der Vertragspoker mit Kovac und Zé Roberto auf Hochtouren. "Sie haben Angebote, bei denen sie erhebliche finanzielle Einschränkungen hinnehmen müssen", berichtete Hoeneß.

Insbesondere mit Kovac, der sich im Abwehrzentrum neben dem brasilianischen Weltmeister Lucio zum Leistungsträger gemausert hat, möchten die Bayern gerne verlängern. Aber den Manager würde eine Absage des Spielers nicht überraschen: "Ich halte es für möglich, dass er geht." Den höheren Forderungen der Profis und ihrer Berater will Hoeneß keinesfalls nachgeben: "Das wichtigste Wort in diesen wirtschaftlich schlechten Zeiten ist nun mal 'Nein'", betonte er.

Die Spieler verhalten sich öffentlich zurückhaltender. "Man verhandelt - und es ist alles offen", sagte Kovac. "Ich habe Vertrag bis zum 30. Juni, danach sehen wir weiter." Der kroatische Nationalspieler scheint auch im Ausland begehrt zu sein. Allerdings dementierte er heftig, dass sein Berater Jürgen Milewski ein angebliches Angebot von Juventus Turin ins Gespräch gebracht habe. "Das hat mein Berater nicht gesagt. Das Zitat ist falsch", widersprach Kovac entsprechenden Medien-Berichten.

Rummenigge empfiehlt Kovac sowie dem Brasilianer Zé Roberto, der im stark besetzten Mittelfeld um einen Stammplatz kämpfen muss, das Beispiel Bixente Lizarazu vor Augen zu haben. Der Franzose wechselte im vergangenen Sommer zu Olympique Marseille, nachdem man sich nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnte. "Nach sechs Monaten hat er SOS gefunkt und ist dankbar zurück gekommen", bemerkte Rummenigge.

Mit der Dankbarkeit für langjährige Spieler ist es dagegen vorbei. Nachdem Sammy Kuffour, seit zwölf Jahren bei Bayern, Angebote für einen vorzeitigen Wechsel in der Winterpause beharrlich ablehnte, hat ihn Trainer Felix Magath nicht mehr eingesetzt. Zickler, ebenfalls seit 1993 beim FC Bayern, feierte zwar im Janaur nach fast zwei Jahren Verletzungspause ein Zehn-Minuten-Comeback in der Bundesliga, muss aber nun bei den Amateuren Spielpraxis sammeln.

Und Linke, der bis zum 9. Bundesliga-Spieltag in der Abwehr sogar den Vorzug vor Kovac erhalten hatte, wurde seitdem nur noch einmal eingewechselt. Nach London nahm Magath den vom Lokalrivalen 1 860 München umworbenen Abwehrrecken noch einmal mit, aber im Sommer rechnet Linke mit dem Schlussstrich nach sieben Jahren FC Bayern: "Davon gehe ich mal aus."

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