Bayern wollen weiter die Verhältnismäßigkeit wahren
Reich trifft reicher

Die Masche scheint beim FC Bayern Standard zu werden: In der Bundesliga geißeln sie das Finanzgebaren des ärgsten Konkurrenten Schalke 04. Vor dem Viertelfinale in der Champions League kritisieren die Münchener jetzt die Geschäftspolitik Chelseas.

MÜNCHEN. Von zwei Lufthansa-Schaltern im Terminal II des Münchner Flughafens prangte in Hochglanz das Emblem des FC Bayern, und nach und nach stellten die Mitglieder des Reisetrosses ihre Louis-Vuitton-Taschen auf dem Gepäckband ab. Dann schlenderten sie Richtung Check-In, allesamt angezogen im feinsten Tuch des Vereinsschneiders. Einen edlen Eindruck hinterließ die Equipe des deutschen Meisters, wie immer, wenn sie in Europa auf Dienstreise ist.

Gemessen daran, in welchen wirtschaftlichen Kategorien die Verantwortlichen des Gegners im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals kalkulieren, verblasst der Münchner Luxus indes wie eine vergoldete Vereinsnadel neben der englischen Krone. 131,3 Millionen Euro hat FC Chelsea allein vor dieser Saison zur Veredelung seines Teams ausgegeben. Chelseas Umsatz wird auf rund 300 Millionen Euro jährlich geschätzt, womit er beinahe doppelt so hoch läge wie der des FC Bayern (166,3 Millionen). Das Zynische an eben jener Summe ist, dass die Kämmerer der Londoner nicht einmal darauf angewiesen sind. Seit Roman Abramowitsch, der im Zuge der Privatisierung des Ölgeschäfts der ehemaligen Sowjetunion sehr schnell sehr reich geworden ist, in sein neues Hobby investiert, sind die Dimensionen des europäischen Fußball-Geschäfts gesprengt. Und nicht nur die nationale Konkurrenz in England mustert die Entwicklung mit Missfallen.

"Es ist nicht illegal, was Abramowitsch macht, es ist ja sein Geld, aber ich würde sagen, es ist nicht unbedingt gut für den Fußball", sagt Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Die Markttendenz war ja rückläufig, Gehälter und Transfersummen sind zurückgegangen, aber dank Abramowitsch hat sich das für die Spieler nun nicht so entwickelt, wie der Trend das damals vorgegeben hat."

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