BBL-Krise
Sponsoren geben Basketball einen Korb

Der deutsche Profi-Basketball hat ein Strukturproblem: Weil die Basketball-Bundeliga kaum im Fernsehen präsent ist, springen die Sponsoren ab. Doch ohne zahlungskräftige Geldgeber, stehen viele Vereine vor massiven Finanzierungsproblemen - einigen droht sogar das Aus.

KÖLN. Dem mehrmaligen Pokalsieger und deutschen Meister droht der Rauswurf. Nach dem Insolvenzantrag der Köln 99ers in der vergangenen Woche wird der Verein wohl seinen Platz in der Basketball-Bundesliga (BBL) verlieren. Heute will der Liga-Ausschuss über den Lizenzentzug beraten. Die Zahlungsunfähigkeit der Kölner verdeutlicht ein Problem, das viele Profi-Vereine betrifft: Weil Sponsoren fehlen, lässt sich der Spielbetrieb oft nicht aufrechterhalten.

Obwohl sie sich sportlich für einen Verbleib in der obersten Liga qualifiziert hatten, verkündeten die Giants Nördlingen bereits Ende Mai ihren Rückzug aus der Bundesliga. Zu wenige Sponsoren waren bereit, die Mannschaft zu unterstützen. Auch die Paderborn Baskets waren wegen abgesprungener Geldgeber in Turbulenzen geraten. „Ich kann nicht ausschließen, dass auch in der kommenden Saison ein Verein in finanzielle Schieflage gerät“, sagt Dirk Kaiser, Pressesprecher der Basketball-Bundesliga (BBL).

Die Abhängigkeit der Erstliga-Klubs von ihren Werbepartnern ist groß. „Wenn die Geldgeber sich aus wirtschaftlichen Gründen zurückziehen müssen, kommen viele Vereine schnell in Schwierigkeiten“, sagt Veit Wolff, Sponsoringexperte beim Beratungsunternehmen Sport+Markt.

In Köln kennt man solche Probleme schon lange. Im Januar des vergangenen Jahres mussten die 99ers schon einmal Insolvenz anmelden, weil sich der Klub-Mäzen Herbert Zimmer zurückzog und die Zahlungen einstellte. Später, im Februar 2009, schloss die Bundesliga den Verein wegen seiner Finanznöte bereits aus – doch dann sprangen in letzter Minute noch zwei Großinvestoren ein.

Doch die haben nun offenbar genug vom Abenteuer Basketball. Anders als sich die Investoren erhofft hatten, konnte der Verein keine neuen Sponsoren auftreiben – und für die kommende Saison lediglich ein Mini-Budget von 1,3 Mio. Euro aufstellen. Daher zogen die Gesellschafter ihr Geld zurück und schickten den Verein in die Insolvenz – vier Tage nachdem die Liga die Spiellizenz erteilt hatte.

Jürgen Kohl, Vorstandsvorsitzender der Giants Nördlingen, findet das unverständlich. „Der Verein hätte sich vorher festlegen müssen.“ Auch sein Klub habe das Ausscheiden aus der höchsten Spielklasse frühzeitig angekündigt, um der Liga Planungssicherheit zu geben. Gescheitert seien die Giants, weil sich kein überregionaler Großsponsor fand. „Den Unternehmen war die Werbewirkung einfach nicht groß genug“, sagt Kohl.

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