Beachvolleyball International
Weltmeister stoppen Klemperer Koreng in Berlin

Die brasilianischen Weltmeister Fabio Luiz/Marcio Araujo haben einen deutschen Sieg durch David Klemperer/Eric Koreng beim Beachvolleyball Grand-Slam in Berlin verhindert. Im Endspiel musste Koreng verletzt aufgeben.

Nach seiner Aufgabe wurde der von einem Kreislauf-Kollaps gebeutelte Eric Koreng von Weltmeister Fabio Luiz auf den Armen aus dem Stadion getragen, zur Siegerehrung kehrte er gestützt von zwei Helfern unter großem Applaus zurück. Gemeinsam mit seinem Partner David Kemperer ließ sich Koreng für eine leidenschaftliche Vorstellung des Überraschungs-Duos bei ihrem ersten Grand-Slam-Finale der Volleyballer in Berlin feiern.

Zwar verpassten die krassen Außenseiter durch die verletzungsbedingte Aufgabe beim Stande von 1:1 (21:15, 16:21, 9:9) gegen die Weltmeister Fabio Luiz/Marcio Araujo aus Brasilien die durchaus mögliche Sensation, doch sie gewannen die Sympathien der Zuschauer und nebenbei mit 29 500 Dollar auch das größte Preisgeld ihrer gemeinsamen Karriere.

Mit Wildcard ins Finale

Auch im Finale am Sonntag vor 5 000 Fans bewies das Duo, das nur aufgrund einer Wildcard ins Teilnehmerfeld gerutscht war, warum es in den Tagen zuvor zum Publikums-Liebling aufgestiegen war: Die Außenseiter kämpften in einer wahren Hitze-Schlacht bei Temperaturen von über 40 Grad um jeden Ball und brachten die Favoriten mit ihrer unbekümmerten Spielweise an den Rand einer Niederlage. Erst eine Knieverletzung sowie der folgende Schwächeanfall bei Koreng machte den Traum zunichte.

"Wir haben auf dem Zahnfleisch gespielt", sagte der Essener Koreng und gab zu: "Der Finaleinzug ist ein Ausrutscher nach oben." Nachdem sie das erste Spiel in der Hauptrunde gegen Julius Brink/Christoph Dieckmann verloren hatten (0:2), wuchsen beide über sich hinaus und starteten eine Siegesserie, die erst im Finale gestoppt wurde. Für zusätzliche Freude sorgte die Nachricht des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), das Duo in den Status eines Nationalteams befördern zu wollen.

Dieckmann an der Schulter verletzt

Die Freude bei den deutschen Beachvolleyballern wurde allerdings getrübt durch die Verletzung von Brink. Der Berliner hatte sich im Halbfinale mit seinem Partner Christoph Dieckmann gegen Klemperer/Koreng eine Verletzung an der linken Schulter zugezogen und musste das deutsche Duell beim Stand von 0:1 (13:21, 11:17) aufgeben sowie die Teilnahme am Spiel um Platz drei absagen. Kampflose Dritte wurden somit die US-Amerikaner Todd Rogers/Phil Dalhausser.

Die Europameister Brink/Dieckmann, denen als kleiner Trost das Preisgeld in Höhe von 18 400 Dollar für den vierten Rang blieb, müssen aber wohl nicht um den Einsatz bei der WM in Gstaad/Schweiz vom 24. bis 29. Juli bangen. Bei Brink wurde lediglich eine Schulterprellung diagnostiziert.

Zukunft des Turniers in Berlin ist offen

Bei den Frauen waren bereits am Samstag die Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen Kerri Walsh/Misty May-Treanor (USA) ihrer Favoritenrolle gerecht geworden und gewannen das Finale gegen die Brasilianerinnen Larissa/Juliana mit 2:1 (18:21, 21:15, 15:7). Auf dem Weg zu ihrem 27. internationalen Turniersieg hatte das US-Duo im Viertelfinale Rieke Brink-Abeler/Hella Jurich (Münster) als letztes deutsches Duo ausgeschaltet.

Insgesamt strömten etwa 58 000 Fans zu den Partien. Dennoch steht hinter der Zukunft des Grand-Slam-Turniers in Berlin ein großes Fragezeichen. In einem Schreiben an den Deutschen Volleyball-Verband (DVV) hat der Weltverband Fivb das Fortbestehen an die Erfüllung von zwei Bedingungen geknüpft, erklärte DVV-Präsident Werner von Moltke. Demnach müsste sich die Situation der Fernsehübertragung ändern sowie ein neuer Schauplatz gefunden werden.

Magelnde TV-Präsenz wird zum Problem

"Sollten wir diese Forderung nicht erfüllen, werden wir den Grand Slam wohl verlieren", sagte von Moltke. Der jetzige Veranstaltungsort direkt vor dem Berliner Hauptbahnhof steht im kommenden Jahr wegen Baumaßnahmen nicht zur Verfügung.

Das größere Problem stellt allerdings die TV-Präsenz dar. Zwar berichteten Eurosport zum Teil live und der RBB in Splittern, doch die Fivb drängt auf höher dotierte Verträge. Allerdings war zuletzt 2005 der Kölner Sender RTL nach nur einem Jahr als TV-Partner des Verbandes wegen schwacher Quoten ausgestiegen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%