Beachvolleyball National
Brink beklagt mangelndes Medien-Interesse

Beachvolleyballer Julius Brink sorgt derzeit mit Jonas Reckermann regelmäßig für Furore. "Ziemlich ungerecht" findet der 27-Jährige daher die fehlende Resonanz in den Medien.

Erst Weltmeister, jetzt Weltranglistenerster - und kaum einer kriegt es mit. Beachvolleyballer Julius Brink bezeichnet es im Gespräch mit dem SID als "ziemlich ungerecht, wenn Sender und Tageszeitungen lieber das Fußball-Sommerloch mit Doping und Zirkussport füllen, anstatt auf sauberen Sport umzustellen".

Binnen zwei Wochen haben Brink und Jonas Reckermann als erstes europäisches Team WM-Gold und anschließend gleich noch zwei Grand-Slam-Titel gewonnen. Der Triumph am Sonntag in Moskau brachte sie auch auf dem Papier erstmals an die Spitze der Weltrangliste. Trotzdem spielen die Tour de France, die Doping-Diskussion um Claudia Pechstein oder eines der vielen Blitzturniere im Fußball in der Öffentlichkeit weiter die erste Geige.

Sonne, Sand, Sport und Sex Appeal

Immerhin haben es Brink/Reckermann schon ins ARD-Morgenmagazin und in die Tagesschau geschafft, an einem Besuch im ZDF-Sportstudio wird gebastelt. Das ist schon viel für eine Trendsportart, die auf einen perfekten Mix aus Sonne, Sand, Sport und Sex Appeal aufbaut. Julius Brink spürt zumindest Dankbarkeit von den Fans: "Ich denke, wir geben der Sportart einen großen Schub."

Seit der Niederlage am 31. Mai im polnischen Myslowitz sind Brink/Reckermann auf der Welttour ungeschlagen und haben mit 22 Siegen in Folge allein bei Turnieren des Weltverbandes Fivb die zehn Jahre alte Bestmarke der Brasilianer Emaneul/Loiola eingestellt. Reckermann findet das unglaublich, zumal er und sein Partner erst vor der Saison zusammengefunden haben: "Manchmal wird uns das alles ein bisschen unheimlich."

Erfolge füllen die Kasse

Das alles ist aber kein Grund zum Abheben. Brink zum Beispiel nennt Weltranglistenplatz eins eine Momentaufnahme, die "mir wenig gibt". Stattdessen freute er sich nach dem Triumph von Moskau und vor dem am Mittwoch beginnenden Grand-Slam-Turnier in Marseille über einen freien Tag mit seiner Freundin in Nizza ("Mehr brauche ich nicht"). Und macht sich Gedanken darüber, wer das Originalschwert aus Stavanger für den WM-Titel bekommt: "Bei mir ist eine mittelgroße Familienkrise ausgebrochen, Vater und Bruder wollen das Schwert des Weltmeisters."

Über 200 000 Dollar haben Brink/Reckermann in diesem Sommer schon verdient, aber sie haben keine besonderen Wünsche. "Ich werde mir eine Couch gönnen, und Jonas wird sich eine Jahreskarte von Bayer Leverkusen kaufen", sagt Brink. Selbst in ihrer Heimat ist die Nachricht von ihrer unglaublichen Erfolgsserie noch nicht so recht angekommen. Brink: "In Leverkusen muss ich für Falschparken immer noch bezahlen. Olli Kahn und Günter Netzer ging es da besser. " Und deshalb "bleibt einem nichts mehr übrig, als in der kommenden Woche wieder auf sich aufmerksam zu machen".

© SID

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