Behindertensport: Wachsendes Sponsoren-Interesse an Paralympics

Behindertensport
Wachsendes Sponsoren-Interesse an Paralympics

Im paralympischen Sport steht die Kommerzialisierung erst am Anfang. Doch auch Großkonzerne wie Allianz und Deutsche Telekom unterstützen den Behindertensport. Das Hauptmotiv sind dabei vor allem Marketing-Aspekte.
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MünchenDen Ausdruck Behindertensport hört Verena Bentele nicht so gern. „Das hört sich nach Skigymnastik für die Freizeitsportler-Gruppe an“, sagt die blinde Biathletin und Langläuferin. Was sie in den vergangenen 15 Jahren getan hat, ist aber Hochleistungssport pur. Allein bei den Paralympics in Vancouver hat sie 2010 fünfmal Gold gewonnen. Hinzu kommen zig Medaillen bei früheren Paralympischen Spielen und Weltmeisterschaften.

Geholfen hat dabei auch das wachsende Engagement von Sponsoren. Großkonzerne wie die Allianz, Deutsche Telekom und Adidas engagieren sich seit einigen Jahren verstärkt – und fördern damit eine Professionalisierung des Behindertensports. Derzeit rüsten sich die Sponsoren für die Paralympischen Spiele in diesem Jahr in London.

Sponsoring für Sportler mit Behinderung steht erst am Anfang

Als Bentele bei den Paralympics 2006 in Turin zweimal Gold und einmal Bronze gewann, war auch Allianz-Chef Michael Diekmann vor Ort. Und der war so angetan von den sportlichen Leistungen und der Stimmung, dass er noch vor Ort erste Kontakte knüpfte. Heute ist die Allianz der erste internationale Partner des Internationalen Paralympischen Komitees.

„Das Engagement für die Paralympics ist eine Sponsoring-Plattform – kein soziales Feigenblatt“, sagte der weltweite Markenchef der Allianz, Joseph Gross, dem Handelsblatt. Neben dem Engagement in der Formel 1, beim FC Bayern sowie einem Golfturnier seien die Paralympics zentrales Standbein des Allianz-Sponsorings. Die Aktivitäten passten zur Marke Allianz und zum Werteverständnis – zudem seien Unfälle Bestandteil des Allianz-Geschäfts.

Bei den Olympischen Spielen schließt das IOC milliardenschwere Sponsoring-Verträge mit Konzernen wie Coca-Cola, Visa und GE. Im paralympischen Sport steht die Kommerzialisierung erst am Anfang. Die Sportler profitieren aber von den Fortschritten.Als Bentele 1995 ihre Karriere in der Nationalmannschaft startete, war sie gerade beim Training oft auf sich allein gestellt. Während unversehrte Topsportler zum Beispiel bei der Bundeswehr angestellt sind, müssen behinderte Sportler versuchen, Beruf oder Studium und Training unter einen Hut zu bekommen. Inzwischen aber gibt es in Deutschland ein „German Top Team“, das von der Allianz und der Deutschen Telekom finanziert wird. Die Mitglieder dieses Teams können sich bis zur Hälfte ihrer Arbeitszeit freistellen lassen.

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  • Das Hauptmotiv von Sponsoring ist auch bei klassischen Olympiaden Werbung bzw. im weiteren Sinne Marketing

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