Bei der Vermarktung der Handball-WM hapert es
Wie ein Verband sein eigenes Großereignis verschläft

Nur weil nächstes Jahr die Handball-WM in Deutschland ist, muss der Deutsche Handball-Bund damit noch lange nicht Geld verdienen.

KÖLN. Sie soll die „beste aller Zeiten“ werden, die XX. Handball-Weltmeisterschaft, die am 19. Januar 2007 mit dem Eröffnungsspiel in Berlin beginnt. Das hat Ulrich Strombach, Präsident des Deutschen Handball-Bundes (DHB), angekündigt, und nach dem fünften Platz, den die stark verjüngte deutsche Nationalmannschaft jüngst bei der EM in der Schweiz belegte, ist die Euphorie groß – der Vorverkauf für die Spiele läuft prächtig.

Nur bei der Vermarktung des Großereignisses hapert es offenbar. Beim Verkauf der Ticketingrechte an eine Handelsagentur verzichtete der DHB auf Erlöse in Höhe von knapp 500 000 Euro (siehe Handelsblatt vom 2. November 2005). Und nun fühlt sich der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in der Frage des Titelsponsorings von den deutschen Handball-Funktionären verschaukelt.

Dabei war die Partnerschaft von langer Hand geplant. Schon als sich der DHB um die WM 2005 bewarb, finanzierte der DSGV die Bewerbung mit 50 000 Euro. Dass der Handball-Bund erst für Januar 2007 den Zuschlag bekam, änderte nichts an der Strategie der Sparkassen-Manager. Da fast alle der 54 deutschen Bundesligisten mit den lokalen Sparkassen werben, wäre der DHB „der geborene Partner für uns gewesen“, sagt Hans-Peter Krämer. In seiner Funktion als Chef des Zentralen Werbeausschusses des DSGV bat der 65-Jährige deshalb den DHB im vergangenen Frühjahr um Eckdaten für das Titelsponsoring. „Wir haben mehrfach unser Interesse bekundet“, sagt Krämer, er habe darüber ständig mit Strombach konferiert. 1,7 Mill. Euro wäre das Engagement dem Sparkassen-Verbund wert gewesen, und mit dem gleichen Betrag sollte die WM noch durch die lokalen Sparkassen flankiert werden.

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