Beinahe-Sperrung für Olympia

Russland kündigt Klagewelle gegen Dopingvorwürfe an

Russlands Rumpfteam für Olympia ist nach Rio gereist, doch noch immer hagelt es neue Sperren wegen Dopings. Daheim in Moskau droht Sportminister Mutko mit juristischer Vergeltung.
Update: 30.07.2016 - 12:05 Uhr
„Wir werden jede Zeile analysieren und juristisch dagegen vorgehen“: Russlands Sportminister Witali Mutko will den WADA-Bericht nicht unwidersprochen hinnehmen. Quelle: AP
Witali Mutko

„Wir werden jede Zeile analysieren und juristisch dagegen vorgehen“: Russlands Sportminister Witali Mutko will den WADA-Bericht nicht unwidersprochen hinnehmen.

(Foto: AP)

MoskauNach den Vorwürfen des Staatsdopings reitet Russland scharfe Attacken gegen die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada und will vor Gericht ziehen. „Die WADA hat sich eigene Regeln jenseits der Gesetze gegeben“, sagte Sportminister Witali Mutko am Samstag dem russischen Sportfernsehender Match TV in Moskau. Im jüngsten Bericht des Wada-Chefermittlers Richard McLaren werde man jede Zeile „analysieren und juristisch dagegen vorgehen“. Der Minister sagte allerdings nicht, vor welchen Gerichten Russland klagen werde.

Der Wada-Ermittler hatte Russland in seinem Report Mitte Juli staatlich gesteuertes Doping vorgeworfen. Der Skandal hätte für die Sportnation fast den Totalausschluss von den Sommerspielen in Rio de Janeiro bedeutet, allerdings entschied das Internationale Olympische Komitee (IOC), jeden einzelnen Fachverband über den Start russischer Sportler entscheiden zu lassen.

Trotzdem kann die russische Mannschaft nach dem kompletten Ausschluss von Leichtathleten und Gewichthebern sowie von anderen Sportlern nur reduziert in Rio antreten, mit Stand vom Samstagmorgen waren 262 Athleten von planmäßig knapp 390 zugelassen. Die gesperrten Sportler wollten nach den Spielen vor Zivilgerichten klagen, kündigte Mutko an. Er will sich an diesem Montag auch vor der Unesco in Paris über die Wada beschweren. Die Kulturorganisation ist im Rahmen der Uno auch für Sport zuständig.

„Das Sport-Business frisst einen seiner größten Stars“
Stuttgarter Nachrichten
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„Sie gehört zu den schillerndsten Erscheinungen im Sport, zu den bestbezahlten sowieso - nun ist Maria Scharapowa aber auch eine skandalumwitterte Ausnahmesportlerin.“

Beichte
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Am 7. März 2016 gibt Scharapowa in Los Angeles bekannt, dass sie positiv auf die verbotene Substanz Meldonium getestet worden ist. "Ich habe einen großen Fehler gemacht, ich übernehme die volle Verantwortung". Ihren Humor hat die Weltranglistensiebte aber nicht verloren: "Wenn ich einmal meine Karriere beende, dann nicht in solch einem Hotel, in Down Town Los Angeles, mit so einem hässlichen Teppich", sagt Scharapowa.

Boris Becker
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„Immer noch schockiert. Ich kann es nicht glauben“

(Die deutsche Tennisikone und Trainer des weltbesten Tennisspielers Novak Djokovic auf Twitter)

Daily Mail
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„Der positive Test ist eine Katastrophe fürs Tennis. Jetzt ist einer der größten Stars des Sports der Geschichte gesperrt und für immer befleckt“

(Die britische Zeitung „Daily Mail“)

Il Messaggero
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"Scharapowa stürzt in einen Doping-Albtraum. Für das blonde russische Mädchen, das zur Tennis-Königin avancierte, könnte das Abenteuer bald zu Ende sein. Die Sponsorenflucht hat schon begonnen. Wird die blonde Maria jetzt aus dem Tennis-Olymp verjagt?"

(Die italienische „Il Messaggero“)

 

 

Doping-Fahnder
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„Man kann dran erkennen, dass sich Athleten herandopen und die Grauzonen bewusst ausnutzen, wenn sie glauben, eine leistungssteigernde Wirkung zu spüren.“

(Die große Zahl der jüngsten Meldonium-Fälle habe ihm vor Augen geführt, mit welcher Klientel man es zu tun habe, sagte der Jurist der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) Lars Mortsiefer. Meldonium steht erst seit dem 1. Januar 2016 auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA.)

Sun
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"Shazzas Dopingschande. Scharapowas Tennis-Karriere liegt in Trümmern."

(Die britische Zeitung „Sun“)

Mutko kritisierte auch den Ausschluss der kompletten Gewichthebermannschaft für Rio. Der Gewichtheber-Weltverband IWF verstoße damit gegen Vorgaben des IOC, sagte Mutko. Wenigstens Athleten „mit einer fleckenfreien Reputation“ müssten zugelassen werden. Mutko nannte die Namen Oleg Tschen und David Bedschanjan.

Der Minister riet dem russischen Gewichtheberverband deshalb zu einer Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne. Die IWF hatte die wegen Dopingfällen ohnehin auf acht Sportler reduzierte russische Mannschaft am Freitag komplett gesperrt. Noch haben nicht alle Fachverbände über die Teilnahme russischer Sportler entschieden. Etwa 100 Aktive waren am Donnerstag nach Rio geflogen.

Geklagt werde auch, falls das Internationale Paralympische Komitee am kommenden Mittwoch die russischen Athleten ausschließen sollte, sagte Mutko. Als Rechtsinstanz nannte er hier unter anderem den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg.

  • dpa
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