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Manipulationsversuche überschatten Ticket-Auslosung

Manipulationsversuche größeren Ausmaßes bei der Jagd nach den begehrten Tickets für die Fußball-WM 2006 in Deutschland haben die Auslosungsprozedur der ersten 812 000 Eintrittskarten in Frankfurt/Main überschattet.

dpa FRANKFURT. Wie WM-OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt bei einer Pressekonferenz mitteilte, sei per computergestützter automatisierter Abgabe von Bestellungen aus den USA versucht worden, an eine große Anzahl von Tickets zu gelangen. 2,3 Mill. solcher Bestellungen wurden vom OK nicht akzeptiert.

Bei Überprüfungen durch das Sicherheitssystem waren irreguläre Adressen und Telefonnummern zur Verschleierung der Identität des Absenders ans Tageslicht gekommen. "Wir vermuten Schwarzhändler dahinter, die sich ein großes Kartenpaket sichern wollten, um damit Geschäfte zu machen", sagte Schmidt. Über Anwälte in den USA bemühe man sich, mehr über die Hintergründe zu erfahren. "Wir können momentan nicht erkennen, wer sich hinter der Aktion verbirgt. Es wurde jedenfalls sehr professionell und fast perfekt vorgegangen", meinte Schmidt, der "technische Fehler" ausschloss.

Durch die 2,3 Mill. des Manipulationsversuchs und 1,3 Mill. Bestellungen ("Doubletten"), die nicht den Richtlinien des Prüfungsverfahrens entsprachen, reduzierten sich die ursprünglich weltweit 12,3 Mill. Bestellungen auf gültige 8,7 Mill. - sieben Mill. Einzel-Tickets und 1,7 Mill. Teamserien. Die mit Abstand meisten (6,25 Millionen) kamen aus Deutschland, gefolgt von England (164 000) und der Schweiz (107 693). Immerhin 15 Bestellungen kamen aus dem Vatikan, eine einzige aus Kirgisien.

Der schottische Fifa-Vizepräsident David Will eröffnete in der Frankfurter Ticketing-Zentrale zusammen mit Schmidt und unter Aufsicht eines Ziehungsbeamten des Landes Hessen den TÜV-geprüften Auslosungsmarathon über 24 Stunden mit rund 1 000 Ziehungsvorgängen. Per Mausklick druckte Will den Optionsschein des ersten Gewinners von Karten für das Eröffnungsspiel am 9. Juni in München aus. Dann folgte die Verlosung Spiel für Spiel und Kategorie für Kategorie der weiteren 63 WM-Spiele bis zum Finale am 9. Juli in Berlin - beginnend mit der höchsten Preisstufe bis zu niedrigsten.

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