Bereits 220 000 Tickets verkauft
Das „Wembley der Alpen“

Oberstdorf bietet alles, was der Urlauber sich wünscht. Und den nordischen Skisportlern gibt die Marktgemeinde im Allgäu jährlich aufs Neue ein Zuhause. Die Nordische Ski-WM 2005 ist dennoch etwas besonderes - und auch besonders wichtig: Das Städtchen am Fuße des Nebelhorns verspricht sich einen Impuls für die Zukunft.

HB OBERSTDORF. Oberstdorf ist stolz. Stolz auf den Titel "Südlichster Kur- und Erholungsort Deutschlands", stolz auf die Bezeichnung "Wembley der Alpen", die der frühere Skisprung-Bundestrainer Wolfgang Steiert prägte. Besonders die Skispringer, die in Oberstdorf traditionell die Vierschanzentournee eröffnen und zudem mit der Heini-Klopfer-Flugschanze ein zweites Domizil haben, genießen die Gastfreundschaft. Doch auch die anderen Nordischen wissen, was sie an Oberstdorf haben und was sie während der Weltmeisterschaftstage erwartet.

Vor 18 Jahren gastierte der WM-Tross zuletzt in der 10 000-Seelen-Gemeinde, die sich als Familiendorf sieht, das vom Tourismus lebt. 200 km Wanderwege auf drei Höhenlagen werden angeboten. Mountainbiker können aus elf Routen wählen, ein Nordic-Walking-Center besteht aus zwölf ausgeschilderten Strecken. Im Winter stehen 75 km gespurte Loipen zur Verfügung, von denen zehn km technisch beschneibar sind. Fast selbstverständlich, dass Luft und Wasser beste Qualitätszeugnisse vorzuweisen haben.

Bei all den touristischen Angeboten, zu denen auch das Brauchtum mit Heimatabenden, dem Oberstdorfer Musiksommer sowie dem Viehscheid im Herbst gehört, zählt der Leistungssport als wichtiges Zugmittel. Nicht zuletzt deshalb investierte man im Vorfeld der WM 23 Mill. ? in den Um- und Ausbau des Schattenberg-Skistadions sowie des Langlaufstadions. Zusätzlich wurden 1,4 Mill. ? für einen Schrägaufzug zum Fuß der Schanze ausgegeben, der einzigartig in Deutschland ist. Als Geldgeber fungierten der Freistaat Bayern, der Landkreis, die Gemeinde und private Investoren.

Der Etat der WM beläuft sich auf knapp 13 Mill. ?, der vor allem durch Zuschauereinnahmen gedeckt werden soll. Dafür müssten rund 300 000 Zuschauer die 19 Entscheidungen besuchen. Zwei Wochen vor WM-Beginn waren bereits 220 000 Karten an den Kunden gebracht.

Die WM soll Oberstdorf einen Impuls für die Zukunft geben. Tourismus- und Sportdirektor Ottmar Barbian glaubt, dass durch das Sportereignis die Anziehungskraft der Marktgemeinde noch zunimmt. Rund 80 Mill. ? sollen bereits während der WM-Tage in die Kassen der Händler, Gewerbe treibenden, Gastronomen und Vermieter gespült werden. Ausgehend von den Erfahrungen der Titelkämpfe 1987 wird damit gerechnet, dass sich langfristige Effekte einstellen. Dabei wird besonders auf das Ausland spekuliert, das durch die Fernsehübertragungen auf Oberstdorf und seine Reize aufmerksam werden soll.

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