Bergtrikot-Gewinner von 2004 räumt ab
Wegmann lässt Ullrich blass aussehen

Fabian Wegmann vom Team Gerolsteiner hat Jan Ullrich bei dessen Deutschland-Premiere 2005 die Show gestohlen. Der Gewinner des Bergtrikots beim Giro d'Italia 2004 holte sich am Samstag nach 162,4 Kilometern den Sieg beim anspruchsvollen Grand Prix Schwarzwald in Triberg im Alleingang.

HB TRIBERG. Ullrich blieb knapp vier Wochen vor Beginn der Tour de France im geschlagenen Hauptfeld nur Rang fünf mit 3:42 Minuten Rückstand auf den Sieger. Nicht wenige im Ullrich-Umfeld hatten am Samstag auf einen ähnlich positiven Effekt wie 2003 gehofft, als ein Sieg bei "Rund um Köln" für einen großen Motivationsschub im Tour-Vorfeld gesorgte hatte. Doch daraus wurde nichts. Weniger als 30 Fahrer beendeten am Samstag das Rennen, das vom Gerolsteiner-Team dominiert wurde.

Der 24-jährige Wegmann, der wie Ullrich vom Tour-Training aus den Pyrenäen kam, und sein Team hatten den Erfolg perfekt vorbereitet. Die zweite Attacke auf dem Sieben-Runden-Kurs saß. Wegmann hatte sich in der zweiten Runde mit zehn Fahrern abgesetzt. Schnell schufen sich die Ausreißer auf dem Parcours, auf dem rund 4000 Höhenmeter zu überwinden waren, was einer schweren Tour-Etappe entspricht, einen großen Vorsprung.

Vor den letzten beiden Runden war der Rückstand von Ullrich auf der Verfolgung der inzwischen auf vier Fahrer zusammengeschmolzenen Spitze auf knapp vier Minuten gewachsen. Als es in der Verfolgung der Spitzengruppe zur Sache hätte gehen müssen, hatte Ullrich in Tobias Steinhauser nur noch einen Mitstreiter im Team. Auch deshalb verringerte sich im Finale sein Abstand zu den vier Spitzenfahrern im Ziel nur noch geringfügig. "Keiner der anderen hat sich an der Verfolgung beteiligt. Alle wollten heute nur Ullrich schlagen", sagte sein Team-Kollege Steinhauser.

Hinter Solosieger Wegmann platzierten sich der eher unbekannte Italiener Fortunato Baliani mit 50 Sekunden Rückstand und der in italienischen Diensten fahrende Jörg Ludewig (Steinhagen). Wegmann, der aus Münster stammt und in Freiburg lebt, hatte sich an der letzten Bergwertung aus der Spitzengruppe abgesetzt und ist dem bisher bedeutendsten Sieg seiner Karriere entgegen geeilt.

Obwohl der Erfolg in Triberg ausblieb, hatte Ullrich vor dem Start positive Perspektiven für seinen achten Tourstart ausgemacht. "Ich bin viel weiter als im Jahr zuvor, vom Umfang habe ich ein bisschen mehr trainiert als sonst. Jetzt fehlt nur noch der Feinschliff, um mit 95 Prozent meiner Kapazitäten am 2. Juli am Start zu stehen. Ich hoffe dann in der zweiten Tour-Woche, wenn die Entscheidung naht, 100 Prozent zu haben", sagte Ullrich, der in Triberg schon fast sein Wettkampf-Gewicht für die Tour hatte.

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