Berlin Marathon
„Wir gehören zu den besten sechs Läufen der Welt“

Laufen liegt im Trend – auch in Deutschland. Der Berliner Marathon beweist das. An diesem Sonntag werden 40.000 Starter erwartet. Organisator Christian Jost über Sponsoren, TV-Vermarktung und die Zukunft des Sports.

BerlinAm Sonntag steigt in der Hauptstadt der „BMW Berlin Marathon2015“. Es ist der größte Lauf in Deutschland – und auch der umsatzstärkste: Acht Millionen Euro nimmt der Veranstalter SCC Events an dem Wochenende ein. Ein Großteil stammt von den 40.000 Startern, genauso wichtig sind aber auch die Sponsoren. Die Fernsehbilder des Marathons werden mittlerweile in 40 Länder verkauft, rund 50 Mitarbeiter beschäftigen sich mit der Planung des Laufs. Christian Jost ist der Mann hinter dem Marathon. Der Geschäftsführer von SCC Events empfängt auf dem alten Olympiagelände in Berlin – und gibt Einblicke in den Wirtschaftsfaktor Laufen. Seine Ursprünge hat der Lauf beim SC Charlottenburg (SCC) Berlin.

Herr Jost, bei Ihrem Marathon wird erst der Sponsor BMW genannt, danach die Veranstaltung. Ist das Sponsoring wichtiger geworden als der Sport selbst?
Es geht ausschließlich um den Sport. Aber um ihn so auf die Beine zu stellen, wie wir es machen wollen, braucht es die Vermarktung  – und auch einen Titelsponsor. Beim Laufen gibt es diese Konzentration auf ein Wochenende. Es ist kein Ereignis wie die Fußball-Bundesliga, das sich jeden Samstag wiederholt.  Deswegen ist das Titelsponsoring ein herausragendes Merkmal.

Was zahlt Ihnen BMW dafür?
Das Sponsoring kostet einen hohen sechsstelligen Betrag. Dafür gibt es den Titel in der Namensnennung, eine Reihe von Veranstaltungen um den Lauf herum, etwa das Markenschaufenster am Kurfürstendamm, wo auch Bands spielen. Das Unternehmen hat festgestellt, dass ein großer Teil ihrer Zielgruppe aktive Läufer sind. Und auch bei Managern ist das Thema Laufen mittlerweile angekommen.

Wie langfristig sind die Sponsorenverträge?
Die Verträge mit dem Titelsponsor laufen drei Jahre. BMW ist jetzt im fünften Jahr dabei. Davor war Real Titelsponsor, davor wiederum Canon. Der Vertrag mit BMW läuft bis 2016, wir fangen gerade an, neu zu verhandeln. 

Wollen Sie dann noch mehr herausholen?
Es ist schon unser Ziel, eine höhere Summe zu erreichen. 

Wann hat das mit dem Sponsoring überhaupt angefangen?
Früher gab es mal eine Brauerei, die Getränke verschenkt hat, oder einen Sportartikelhändler, der Sachsponsoring betrieben hat. So richtig los ging es in den 90er-Jahren. Die Einnahmen waren damals natürlich viel geringer. Der Titelsponsor etwa hat einen kleinen fünfstelligen Betrag gezahlt. Mit Adidas arbeiten wir zum Beispiel schon seit 1991 zusammen, gerade haben wir einen neuen Sechs-Jahres-Vertrag abgeschlossen.

Werden die Sponsoring-Einnahmen immer weiter zunehmen?
Es gibt im Sponsoring-Volumen tatsächlich noch ein Wachstum. Allerdings fällt der Sprung inzwischen wesentlich geringer aus. Wenn man erst mal so viele Sponsoren hat, dann ist irgendwo auch eine natürliche Grenze erreicht. Im deutschsprachigen Raum ist das nicht ohne Ende skalierbar.

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