Bewerbung für 2018
München fehlt Geld für die Olympia-Pläne

Die Münchener Bemühungen um die olympischen Winterspiele 2018 geraten bereits vor Abgabe der Bewerbungsunterlagen ins Stocken. Es fehlt am Geld. Und die Vorbereitungen laufen nur schleppend.

dpa MÜNCHEN. Nur noch acht Monate bleiben dem Gastgeber der Sommerspiele von 1972, um die für eine Bewerbung benötigten 30 Mio. Euro aufzubringen - bislang sind gerade 10,5 Mio. Euro eingesammelt. Vor allem bei der Unterstützung durch bayrische Spitzenpolitiker scheint es Defizite zu geben. "Oberbürgermeister Ude und Ministerpräsident Seehofer haben schon Firmen angesprochen, aber es hat bisher noch keine konzertierte Aktion gegeben", sagte Richard Adam, Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft, im Vorfeld der Gesellschafterversammlung am heutigen Donnerstag.

Schleppend laufen die Vorbereitungen für die Bewerbung. So sollte bereits im vergangenen Herbst der Auftrag für das Werbekonzept vergeben werden - dies ist immer noch nicht geschehen. "Wir müssen ein paar Marketingprojekte auf den Weg bringen und die dann mit dem knappen Geld, das wir wir haben, angehen", sagte Adam. "Man muss die Sponsoren wieder angehen, aber mit einem anderen Ansatz als 2008. Man muss ihnen zeigen, was sie für einen Gegenwert bekommen."

Ein sich ständig steigerndes "Crescendo" der Bewerbung hatte Oberbürgermeister Christian Ude im vergangenen Sommer versprochen. Doch die Wirtschaft hält sich bislang zurück. So hat von den acht Dax-Unternehmen in München bisher nur BMW finanzielle Unterstützung zugesichert. Dabei wollten die Hochkaräter aus der bayrischen Politik möglichst viele Firmen als Förderer der Kandidatur gewinnen, um die Bewerbungskosten ohne Steuergelder abdecken zu können. Die Wirtschaftskrise hat die Sponsorensuche nun weiter erschwert.

Die Verantwortlichen beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) üben sich derweil in Zuversicht: "Wir ermuntern München und Bayern in der freien Finanzierung und sind optimistisch, dass das Ziel erreicht wird", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) kündigte nun eine Bündelung der Kompetenzen an: Er sei ganz sicher, dass es "in einer gemeinsamen Anstrengung" gelingen werde, ausreichende Sponsorenmittel zu gewinnen. "Wir sind auf einem guten Weg. Viele Kontakte und Gespräche laufen."

Bei ihrem Treffen will die Gesellschafterversammlung auch eine wichtige Personalentscheidung treffen. Bernhard Schwank, Leistungssport-Direktor des Deutschen Olympischen Sportbundes, soll in die Führungsriege der Bewerbungsgesellschaft aufsteigen. Er würde Wilfried Spronk ersetzen, der die Bewerbung als Olympia-Koordinator und Geschäftsführer begleitet hat und aus gesundheitlichen Gründen eine Auszeit nimmt. Im DOSB wird bereits nach Ersatz für Schwank gesucht, der weiter als Chef de Mission der deutschen Olympia-Mannschaft bei den Winterspielen 2010 in Vancouver vorgesehen ist.

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