Bewerbung
Münchener Finanzspiele für Olympia 2018

Seit Mitte Februar 2009 ist das Geschäftsführer-Duo der Olympia-Bewerbungsgesellschaft München 2018 mit Richard Adam und Bernhardt Schwank komplett. Bei der Finanzierung der 30 Millionen Euro schweren Bewerbung bleiben hingegen Fragen offen.

MÜNCHEN. Leise Klaviermusik in der Lobby des altehrwürdigen Hotels „Vier Jahreszeiten“ in Hamburg. Richard Adam und Bernhardt Schwank, die beiden Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft München 2018, haben sich zurückgelehnt. Adam erzählt mit leichtem bayrischem Akzent von „München plus 2“ und erläutert das Nachhaltigkeits- und Ökologiekonzept der Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018 in der bajuwarischen Hauptstadt. Die Augen der beiden Geschäftsführer funkeln, ähnlich wie die Sonnenstrahlen, die sich in den leichten Wellen der Binnenalster gebrochen haben und durch das Fenster blitzen. Alles scheint angerichtet. Zumindest beinahe.

Denn kritischer wird Adams Blick ,wenn die Finanzierung der Olympiabewerbung Münchens zur Sprache kommt. 30 Millionen Euro soll das Projekt über zweieinhalb Jahre kosten. Millionen, die unter anderem für die technische Infrastruktur- und Sportstättenplanung, die Produktion des sogenannten „Bid-Books“ und für Kommunikationsmaßnahmen wie den Entwurf des Corporate Designs oder Public Relations ausgegeben werden sollen. Bereits bei ihrem Antritt versicherten beide Geschäftsführer, die Kosten komplett privat finanzieren zu wollen. Auf staatliche Subventionen sollte gänzlich verzichtet werden.

Doch Sponsoren für ein Bewerbungsprojekt zu begeistern, bei dem neben Logopräsenz auf Newslettern und im Internet lediglich die Möglichkeit der Ausrichtung von Begleitevents besteht, ist vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise derzeit kein leichtes Unterfangen. Immerhin seien nun „die Ausgaben für das laufende Jahr 2009“ gesichert, wie Adam erklärt. Diese hätten sich unlängst von den zunächst geplanten 8 auf 6,5 Millionen Euro reduziert. Doch auch diese müssen finanziert werden.

Wie genau, will weder der ehemalige Geschäftsführer der Marketinggesellschaft Bayern Tourismus noch sein Pendant Schwank genauer verraten . Bis auf die beiden Ausstattungsförderer Siemens und die Stadtwerke München, die die Büroräumlichkeiten der Bewerbungsgesellschaft zur Verfügung stellen, wollen die beiden keine Partner nennen. Möglicherweise, weil außer den beiden genannten Unternehmen, dem städtischen Flughafen sowie der ansässigen Messe bislang noch keine weiteren gefunden wurden. Zumal sich drei der vier genannten Unternehmen weitestgehend in öffentlicher Hand befinden und daher nicht wenige Kritiker von „verdeckten Subventionen“ sprechen. Vielleicht gibt es aber auch schon private Sponsoren aus der freien Wirtschaft, die derzeit jedoch aus politischen Gründen nicht genannt werden wollen oder dürfen.

Private Finanzierung der Bewerbung bleibt Ziel

Bleiben noch die Gesellschafter der Bewerbungsgesellschaft als mögliche Kapitalgeber. Doch auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der 51 Prozent der Anteile hält, die Stadt München (30 Prozent), der Freistaat Bayern (neun Prozent) und die beiden Standorte für die Ski- sowie Bob- und Rodel-Wettbewerbe Garmisch-Partenkirchen (sieben Prozent) und Schönau (drei Prozent) „mussten bisher zu den Betriebskosten der Bewerbung nichts nachschießen“, versichert Schwank.

Trotz Rezession und Krise wollen die beiden Geschäftsführer also weiterhin an ihrem Ziel festhalten, die Bewerbung privat zu finanzieren. „Es gibt bislang keinen Grund zur Annahme, dass es nicht klappen könnte“, zeigen sich beide optimistisch. Insgesamt zehn Nationale Förderer und zudem mehrere Ausstattungsförderer sollen die 30 Millionen Euro stemmen. Unterstützung bekommt die derzeit sechsköpfige Bewerbungsgesellschaft bei der Vermarktung der DOSB-Stammagentur Deutsche Sport-Marketing (DSM) und von der Münchner Agentur S&K Marketing. Eine Exklusivität für die Beibringung von Sponsoren soll es allerdings nicht geben.

Zudem werden neben den zehn Mitarbeitern des Planungsbüros Albert Speer & Partner, die sich unter anderem um die Erstellung der Bewerbungsunterlagen kümmern, momentan im Rahmen verschiedener Ausschreibungen Agenturen und Kanzleien im Bereich visuelle Kommunikation, Umweltkonzeption sowie Rechts und Finanzberatung gesucht. Dass auch noch weitere Vermarktungsagenturen hinzukommen, wollen die beide Geschäftsführer nicht ausschließen. Wie deren Aufträge bezahlt werden, bleibt das Geheimnis von Schwank und Adam.

Quelle:



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%