Biathletin wieder mal ganz vorne: Kati Wilhelm trägt die deutsche Fahne

Biathletin wieder mal ganz vorne
Kati Wilhelm trägt die deutsche Fahne

Bei der Eröffnungsfeier der 20. Olympischen Winterspiele in Turin am Freitag wird Kati Wilhelm die deutsche Fahne tragen. Damit ist die Thüringerin die erste deutsche Biathletin, der diese Ehre zuteil wird.

Das Rätselraten um den deutschen Fahnenträger hat endlich ein Ende: Doppel-Olympiasiegerin Kati Wilhelm aus Steinbach-Hallenberg trägt am kommenden Freitag bei der Eröffnungsfeier zu den 20. Olympischen Winterspielen in Turin die deutsche Flagge. Das gab das Nationale Olympische Komitee (NOK) am Mittwoch bekannt.

"Das Telefon klingelte, und ich wurde gefragt, ob ich die deutsche Fahne tragen will. Ich habe keine Sekunde gezögert und ja gesagt", meinte die 29-Jährige, die als erste Biathletin die deutsche Fahne tragen darf. Das sei eine sehr große Ehre für sie, erzählte die Doppel-Olympiasiegerin, die nie auf ein Tier anlegen könnte: "Ich war noch nicht einmal beim Jagen", sagte Kati Wilhelm im Interview der Bunte.

Highlight vor dem ersten Wettkampf

Nach dem Frühstück reiste Kati Wilhelm bestens gelaunt aus dem Trainingscamp Obertilliach nach Bardonecchia, wo sie im olympischen Athletendorf Quartier bezog. "Es muss für jeden Sportler ein Traum sein, einmal an der Spitze der Mannschaft mit der Fahne ins Stadion zu marschieren. Jetzt habe ich schon vor dem ersten Wettkampf ein Highlight."

NOK-Präsident und Chef de Mission Klaus Steinbach sprach von einer "hervorragende Wahl zugunsten der erfolgreichsten deutschen Sportlerin der Olympischen Winterspiele von Salt Lake City". Kati Wilhelm hatte 2002 Gold im Sprint und mit der Staffel sowie Silber im Jagdrennen gewonnen. Sie war Sprint-Weltmeisterin 2001 und führt nach vier Saisonsiegen und neun Podestplätzen in 14 Saisonrennen souverän den Weltcup an.

Erst die dritte Frau

Kati Wilhelm, die seit zwei Jahren bei Bundestrainer Uwe Müssiggang in Ruhpolding trainiert, ist erst die dritte Frau, die das deutsche Team beim Einmarsch der Nationen anführt. 1984 in Sarajevo war Eisschnellläuferin Monika Holzner-Pflug diese Ehre zuteil geworden, vor vier Jahren in Salt Lake City hatte die Skirennläuferin Hilge Gerg die deutsche Fahne getragen. "Frauen haben auch bei der Verteilung der Medaillen in unserer Mannschaft meist die Nase vorn", meinte Steinbach lächelnd.

Kati Wilhelm wird am Freitag nach dem morgendlichen Training vom Fahrdienst in die Olympiastadt gebracht und kann dort nach dem Einmarsch der Nationen die Eröffnungsfeier vorzeitig verlassen - falls sie es möchte. "Ich denke, die Problematik mit dem Training und der Nähe des ersten Wettkampfes ist einigermaßen gut lösbar", sagte Müssiggang.

Genügend Zeit bis zum ersten Wettkampf

Wilhelm wird das Training am Freitagnachmittag verpassen, kann aber am Samstagmorgen wieder auf der Olympiastrecke in San Sicario üben. "Ich sehe kein Problem, bis zum ersten Wettkampf ist ja Zeit genug." Als erstes Rennen bestreitet die Olympia-Favoritin am Montag (12.00 Uhr) den 15-km-Einzellauf. Dort war sie im Vorjahr an gleicher Stelle Dritte bei der Olympia-Generalprobe.

Damen-Biathlon ist erst seit 1992 olympische Disziplin. Als einzige deutsche Teilnehmerin hat Uschi Disl (Moosham) alle fünf Auftritte der Skijägerinnen auf dem Olympia-Parkett absolviert. Die deutsche Sportlerin des Jahres war ebenfalls in der Wahl des NOK, bat aber, aufgrund der zusätzlichen Belastung nicht berücksichtigt zu werden. "Wir haben vollestes Verständnis für alle Athleten, die sich ausschließlich auf die Wettkämpfe konzentrieren wollen", sagte Steinbach.

Vor Wilhelm waren in Frank Ullrich (1984/DDR), Frank-Peter Rötsch (DDR) und Peter Angerer (BRD/jeweils 1988) sowie Mark Kirchner (1994) vier deutsche Biathleten Fahnenträger. "Ich habe das damals als größe Würdigung für meine Person und den ganzen Biathlonsport empfunden. Ich denke, so wird das auch Kati sehen. Ich freue mich sehr über diese Wahl", sagte Frank Ullrich. Der Herren-Bundestrainer sieht keine Beeinträchtigung der Wettkampf-Vorbereitung: "Technisch ist das absolut lösbar."

© SID

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