Biathlon International: Finnin Varis des Epo-Dopings überführt

Biathlon International
Finnin Varis des Epo-Dopings überführt

Der Biathlon-Weltverband IBU hat auf einer Pressekonferenz in Ruhpolding bekannt gegeben, dass die Finnin Kaisa Varis des Epo-Dopings überführt worden ist.

Die finnische Biathletin Kaisa Varis ist des Epo-Dopings überführt worden. Die 32-jährige Finnin muss mit einer lebenslangen Sperre rechnen. Bei der im schweizerischen Dopinglabor Epalinges untersuchten B-Probe einer am 6. Januar in Oberhof bei Varis abgenommenen Urinkontrolle wurde gentechnisch verändertes Epo nachgewiesen und somit die A-Probe bestätigt. Der vor drei Wochen beim Weltcup in Ruhpolding errungene Sprint-Sieg wird aberkannt.

"Es gibt keine Zweifel am Ergebnis"

"Es gibt keine Zweifel am Ergebnis. Innerhalb von 14 Tagen nach einer Anhörung wird über die Bestrafung entschieden", sagte Michael Geistlinger. Der Generalsekretär des Biathlon-Weltverbandes IBU verwies bei der Pressekonferenz am Rande der Junioren-WM in Ruhpolding auf die 14-tägige Einspruchfrist von Varis.

Über das Strafmaß entscheidet die IBU-Exekutivkomitee, Spielraum gibt es aber wohl nicht. Schließlich ist entsprechend des Dopingreglements eine Sperre auf Lebenszeit auszusprechen, da die ehemalige Skilangläuferin bereits zwischen 2003 und 2005 wegen Epo-Dopings für zwei Jahre ausgeschlossen war. Die IBU möchte den "Varis-Fall" möglichst noch vor Beginn der WM in Östersund (8. bis 17. Februar) abschließen.

"Ich finde es richtig dreist, mit welcher Unverfrorenheit erneut betrogen wurde. Es ist wirklich an der Zeit, einen Schluss-Strich unter die Karriere von Varis zu ziehen", erklärte Bundestrainer Uwe Müssiggang im deutschen WM-Vorbereitungscamp in Solleftea in der Nähe des WM-Ortes Östersund. "Andererseits bin ich auch ein wenig beruhigt zu sehen, dass die Kontrollmechanismen im Biathlon greifen."

Müssigang stellte sich erneut vor seine zuletzt selbst durch Gerüchte um eine Wiener Blutbank in pauschalen Verdacht geratenen Weltklasseläuferinnen. "Ich wiederhole mich, aber ich kenne meine Truppe und weiß, dass meine Mädels sauberen Sport betreiben. Sie erarbeiten sich ihre Leistungen sehr hart und sauber."

Der Deutsche Skiverband (DSV) erwirkte inzwischen beim Hamburger Landgericht eine Unterlassungsklage gegen einen ARD-Mitarbeiter. Dieser darf sich in dieser Sache nicht mehr so äußern, dass der Verdacht des Dopings verbreitet wird.

Finnlands Biathlon-Verband vor dem finanziellen Kollaps

Finnlands Biathlon-Verband steht nach dem von Varis verursachten Skandal vor dem finanziellen Kollaps, weil wichtige Sponsoren umgehend ihren Rücktritt erklärten. Bereits zu den letzten Saisonrennen wurden wegen finanzieller Sorgen nur noch vier statt zuvor acht Athleten gemeldet. Verbands-Generalsekretär Janne Hakala stellte Kaisa Varis als Einzeltäterin dar. "Kaisa hat nur in der Weltcup-Phase mit der Mannschaft trainiert, ansonsten hat sie sich selbst vorbereitet", sagte Hakala.

Der Weltverband hat diese Version nun in den nächsten Tagen ebenso zu prüfen, wie mögliche Verstrickungen von finnischen Trainern. Die im Weltcup gesammelten Punkte und Prämien (10 000 Euro für den Sieg in Ruhpolding) werden Varis aberkannt. Genau wie bei Olga Pylewa. Die Olympiasiegerin aus Russland war vor fast exakt zwei Jahren bei den Winterspielen in Turin erwischt worden und darf nach einer Zweijahres-Sperre wegen Dopings mit Carphedon (Stimulanzmittel) nach der Östersund-WM wieder starten.

Einen anderen Täter von Turin sperrte die IBU nun bis zum 15. Juli 2009: Der Österreicher Wolfgang Rottmann war des Blutdopings überführt worden, er hatte vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bereits eine lebenslange Sperre erhalten.

© SID

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