Biathlon National
Angerer und Co. wollen Sauberkeit beweisen

Tobias Angerer hat sich für eine weitere Forcierung des Antidopingkampfes stark gemacht. "Super, dass jetzt wieder neue Testmethoden da sind", freut sich das Ski-Ass.

Die deutschen Ski-Asse haben sich für eine weitere Forcierung des Antidopingkampfes im kommenden Winter stark gemacht. "Super, dass jetzt wieder neue Testmethoden da sind. Die sollen möglichst viel und oft kontrollieren. Dann können wir beweisen, dass wir sauber sind", sagte Langlauf-Star Tobias Angerer bei der Einkleidung der deutschen Ski-Auswahl in Schwäbisch Hall stellvertretend.

Zuvor hatte der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), Alfons Hörmann, in einer teaminternen Zusammenkunft seine internationalen Topathleten eindringlich auf "absolute Ehrlichkeit im Sport" eingeschworen. "Wir können unsere Athleten nicht Tag und Nacht kontrollieren, aber wir als Verband müssen alles Menschenmögliche tun, damit keiner betrügt. Dopingfälle im Team wären auch für unseren Sport eine existenzielle Bedrohung", sagte Hörmann dem sid.

Angerer, Wilhelm und Sommerfeldt wollen Turin-Proben erneut prüfen lassen

Einhellig sprachen sich die Aktiven im Zusammenhang mit den jüngsten Enthüllungen im Radsport für eine schnelle Einführung der dort angewandten Testmethoden auch im Wintersport aus. "Wir wollen eigentlich noch viel mehr getestet werden", sagte Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis): "Wir müssen tagtäglich angeben, wo wir sind und was wir tun. Die ganze Mühe, die wir auf uns nehmen, würde sich mit noch mehr Tests besser auszahlen."

Tobias Angerer (Vachendorf), Wilhelm und der Zweite des zurückliegenden Langlauf-Weltcups, Rene Sommerfeldt (Oberwiesenthal), sprachen sich zugleich dafür aus, die bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 eingefrorenen Dopingproben mithilfe der nun möglichen Testverfahren nochmals zu überprüfen. "Es ist zwar blöd, wenn vielleicht der Ehrliche erst im Nachhinein für seine Leistung belohnt wird. Aber besser, als einen Betrüger zu ehren", erklärte Sommerfeldt.

Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle, dessen Sport international jahrelang immer wieder mit positiven Dopingfällen für Schlagzeilen sorgte, fürchtet "keinen Knall im Langlauf wie im Radsport. Auch wenn ich nicht beurteilen kann, was im hintersten Winkel der Welt so alles passiert. Wir in unserer Mannschaft werden immer wieder den Beweis antreten, dass wir den Sport sauber betreiben."

Ähnlich äußerte sich Biathlon-Kollege Frank Ullrich: "Was auch immer künftig kontrolliert wird - ich bin überzeugt davon, dass unsere Biathlonmannschaft sauber ist und bleibt. Wir müssen aber immer wieder anmahnen, dass das Kontrollsystem auch in unserem Weltverband stetig engmaschiger wird."

© SID

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